Live hören
Jetzt läuft: Mit 18 von Westernhagen

Rag'n'Bone Man in Köln: Gute alte Sachen

Rag'n'Bone Man auf der Bühne

WDR 2 präsentiert

Rag'n'Bone Man in Köln: Gute alte Sachen

Von Ingo Schmidt

2017 startete Rag'n'Bone Man mit "Human" und "Skin" weltweit durch. Dass er mehr als die beiden Hits zu bieten hat, bewies er bei seinem umjubelten Auftritt im ausverkauften Kölner Palladium.

Der Lumpensammler ("Rag'n'Bone Man") war da, mit – im besten Sinne – schönem alten Zeug. Sprich: Vor allem Blues und Soul im Stile der 60er und 70er waren es, die der Brite Rory Graham mit seinen sieben Begleitmusikern im ausverkauften Kölner Palladium präsentierte. Seine charakteristische Hip-Hop-Note und elektronische Spielereien reduzierte er an diesem Abend zugunsten handgemachter Musik, bot aber mit kurzen Rap-Passagen und Ausflügen in den Pop insgesamt wieder den Genre-Mix, der ihm zusammen mit seiner markanten, tiefschwarzen Stimme seit 2017 weltweit hoch in die Charts brachte. Die 4.000 Besucher waren ein entsprechend bunt gemischtes Volk, gefühlt zwischen 20 und 60 Jahre alt.

Rag'n'Bone Man: Gänsehaut-Momente in Köln

WDR 2 | 07.03.2018 | 03:22 Min.

Download

Konzentration auf die Musik

Der Shootingstar des vergangenen Sommers, der seinen Künstlernamen einer britischen Comedyserie aus den 1960er Jahren entlieh, sich "Soul" und "Funk" auf die Finger tätowierte, den seine Eltern zum Blues und Soul inspirierten, ist selber gerade 33 geworden. Auf der Bühne im Palladium wurde deutlich, was die Faszination am Briten Rory alias Rag'n'Bone Man ausmacht: Da stand ein Kerl, körperlich Marke Wikinger, Holzfällerhemd, Jeans, Turnschuhe, ein bisschen Rapper, ein bisschen Rocker, Vollbart unter einem Crew Cut, aber mit dem sympathisch bescheidenen Gestus eines Kumpeltyps. Dazu ein Organ zwischen wuchtig und einfühlsam, immer wieder in die Kopfstimme kippend. Die Bühnenshow war passend reduziert, keine Effekte, nur Spots, volle Konzentration auf die Musik, die handwerklich versiert umgesetzt wurde.

Gute alte Sachen

Rag'n'Bone Man am 06.03.2018 im Kölner Palladium

Rag'n'Bone Man auf der Bühne

  

  

 

 

 

 

Viele Balladen

Die besonderen Momente waren somit die, in denen zu sparsamer Instrumentierung Grahams Stimme im Zentrum stand. Der Mittelteil bot dazu einige Balladen mit Gänsehaut-Garantie. Wenn dieser Bär von einem Mann mit sanftem Timbre etwa über seine Großmutter ("Life in Her Yet") oder die kleine Tochter seines Freundes ("Odetta") sang, um am Ende a cappella mit "Die Easy" vokal seine ganze Seele zu zeigen, wurde klar, dass Rag'n'Bone Man weit mehr zu bieten hat als die beiden großen Hits seiner noch jungen Karriere. "Human" und "Skin" fehlten natürlich nicht, erhielten aber eine Extraportion Soul. Zum Finale gab's mit "Bitter End" und "Hell Yeah" noch mal die volle Instrumentierung samt Bläsersatz auf die Ohren.

Setlist
Setliste
1. Wolves
2. Ego
3. Your Way Or The Rope
4. The Fire
5. No Mother
6. Hard Came The Rain
7. Lay My Body Down
8. Life in Her Yet
9. Odetta
10. Grace
11. Skin
12. As You Are
13. Guilty
14. Human
15. Die Easy
16. Bitter End
17. Hell Yeah

Stand: 07.03.2018, 07:30