Metallica in Köln: Wuchtige Show und "Viva Colonia"

Metallica in Köln: Wuchtige Show und "Viva Colonia"

Bei ihrem Open-Air-Konzert in Köln zeigte sich Metallica vor einem rappelvollen Stadion in Top-Form. Zwei Stunden und zwanzig Minuten lang heizten die vier ihren Fans ein – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Riesige Feuer-Fontänen waren Teil der Show.   

Metallica auf der Bühne des Müngersdorfer Stadions in Köln (13.06.2019)

"Die Metallica-Familie lebt!" freute sich Sänger James Hetfield in Köln mit Blick ins Publikum. Tatsächlich hat es die Anfang der 1980er Jahre gegründete Band sichtlich geschafft, drei Generationen zu begeistern:  Sogar Kinder zeigten am Bühnenrand die "Pommes-Gabel" (Metal-Handzeichen).

"Die Metallica-Familie lebt!" freute sich Sänger James Hetfield in Köln mit Blick ins Publikum. Tatsächlich hat es die Anfang der 1980er Jahre gegründete Band sichtlich geschafft, drei Generationen zu begeistern:  Sogar Kinder zeigten am Bühnenrand die "Pommes-Gabel" (Metal-Handzeichen).

Gitarrist Kirk Hammet bewegte nicht nur das Publikum (mit sichtlicher Spielfreude, klasse Sound und spektakulären Soli), sondern auch sich selbst das ganze Konzert über. Oft war er vorne auf dem weit ins Publikum führenden Steg zu finden.

Lars Ulrich trommelte die meiste Zeit im Schatten des riesigen "Paravents" aus LED-Leinwänden: Fünf jeweils geschätzt 16 Meter hohe und acht Meter breite LED-Flächen bildeten den Bühnenhintergrund. Einmal spielte Ulrich jedoch vorne auf dem Laufsteg inmitten des Publikums.

Zu Beginn des von WDR 2 präsentierten Konzertes konnten die gigantischen Leinwände wegen der Helligkeit ihre Wirkung noch nicht entfalten – nach Anbruch der Dämmerung jedoch nahm auch die optische Show Fahrt auf – bis hin zu wahren Bildgewalten.  

Robert Trujillo konnte beim Kölner Konzert nicht nur am Bass begeistern: Nach "No Leaf Clover" sang er tatsächlich "Viva Colonia" – auch die Strophen.

Begleitet wurde er dabei von Gitarrist Hammet, der das "echte" De-Höhner-Riff spielte.  

Selten sah man Metallica allerdings eng zusammen auf der Bühne stehen – meist wechselten sie auch während der Songs ständig die Position und Seiten. Auf diese Weise kamen alle Fans gleichermaßen auf ihre Kosten.

Die meisten der 18 Lieder des Konzertes,  das Teil der Metallica-Welt-Tournee "Worldwired 2019" ist, waren druckvoll, energetisch und schnell. Doch ab und an ging es auch besinnlich zu – so etwa bei "Nothing Else Matters", der zweiten Zugabe.

Meist jedoch gab Schlagzeuger Lars Ulrich Vollgas. Beindruckend war nicht nur der ebenso gewaltige wie klare Klang im Stadion, sondern auch die Energie und musikalische Dichte, die Metallica mit nur vier Musikern erzeugten.  

"Wir kommen hierher,  nach 38 Jahren als Metallica, und blicken auf ein wunderbares Kölner Publikum – wir wissen, dass das nicht selbstverständlich ist!", bedankte sich Frontmann Hetfield für die Begeisterung des Publikums, die sich in Applaus, Pfiffen, Rufen, Tanzen und "Moshen" (einvernehmlich kontrolliert schubsen) sowie lautstarkem Mitsingen Ausdruck verlieh.

Hetfield selbst war an diesem Open-Air-Abend, an dem es trotz dräuender Wolken keinen Regen gab, nicht nur gesanglich stark, sondern auch allerbester Laune.

Aber natürlich bekamen die Kölner Fans auch das typische "Hetfield-Zähne-Fletschen" reichlich zu sehen.

Insgesamt spielten Metallica im Kölner Stadion nur vier Songs ihres letzten Albums "Hard Wired …To Self-Destruct", dafür aber viele Klassiker und "Oldies", wie der Sänger selbst es nannte.

Eindrucksvoll war dabei die wahrhaft wuchtige Show und erfrischend die Harmonie, die zwischen den Band-Mitgliedern zu spüren war.  

Stand: 14.06.2019, 12:00 Uhr