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Lenny Kravitz in Köln: Energetisch und in Bestform

Lenny Kravitz bei seinem Auftritt in der Arena in Köln

WDR 2 präsentiert

Lenny Kravitz in Köln: Energetisch und in Bestform

Von Ingo Schmidt

Der Mann muss einen Jungbrunnen entdeckt haben: Nach 30 Karrierejahren zeigte sich Lenny Kravitz in der Arena in Köln energetisch und in Bestform - und bot ein Ausnahmekonzert.

Warum legt man die Welt-Tournee vor das Veröffentlichungsdatum des neuen Studioalbums? Nichts Genaues weiß man im Fall von Lenny Kravitz, der nach dreijähriger Bühnenpause seit April unter dem Motto des 11. Studioalbums "Raise Vibrations" tourt. Sicher gibt es Produktionsprobleme, denn das Werk sollte im Frühjahr 2018 erscheinen. So ist es wohl erklärbar, dass "nur" rund 7.000 Zuschauer in die Arena kamen. Ihnen bot sich allerdings ein absolutes Konzerthighlight. Der 54-Jährige sah nicht nur 20 Jahre jünger aus, er spielte auch mit der Leidenschaft aus den Anfangsjahren, unterstützt von einer hervorragenden Begleitband.

Lenny Kravitz rockt die Arena in Köln

Bei seinem Konzert in der Arena in Köln präsentierte Lenny Kravitz einen musikalischen Kracher nach dem nächsten - und auch zwei Songs vom neuen Album. Unterstützt wurde er von Bassistin Gail Ann Dorsy, Gitarrist Craig Ross und Drummer Franklin Vanderbilt.

Lenny Kravitz

Mit einem seiner größten Hits, "Fly Away", startete Lenny Kravitz in das zweieinhalbstündige Konzert in Köln.

Mit einem seiner größten Hits, "Fly Away", startete Lenny Kravitz in das zweieinhalbstündige Konzert in Köln.

Lenny mit halblangen Dreads, obligatorischer Sonnenbrille, enger braune Hose und Lederjacke - ultracool.

Kravitz überzeugte mit perfektem Sound und ohne großen Schnickschnack.

Die Fans waren von dem Auftritt des 54-Jährigen begeistert.

Die Bassistin Gail Ann Dorsey.

Gitarrist Craig Ross in Köln.

An den Drums war Franklin Vanderbilt.

Lenny Kravitz und seine Band boten ein beeindruckendes Konzert.

Arena hob ab

Punkt 21 Uhr hob das Publikum zum Grammy-Gewinner "Fly Away" ab. Auf einem Podest hoch oben im Hintergrund der schlichten Bühne schwebte im weißen Spot der Rockstar, passend zum Retrosound in enger Lederjacke, Shirt und Schlaghose. Die Dreadlocks flogen über der obligatorischen Flieger-Sonnenbrille hin und her. Die Startphase blieb mit dem nächsten Grammy-Titel "Dig In" quasi ausgezeichnet. Lennys anschließende Mitklatsch-Aufforderung schien übertrieben, denn sämtliche Hände im Publikum waren da bereits oben. Ein krachendes "American Woman" klang dann im Reggae-Feeling von Marleys "Get Up Stand Up" zu einem ruhigeren Mittelteil aus. Der bis dahin dauerlaufende Frontmann hielt sich dazu dann teils mit akustischer Gitarre im Zentrum auf.

Nah an den Fans

Etwas elektronischer als der typische Genremix aus Rock, Soul und Funk kamen die beiden vorab ausgekoppelten Singles "Low" und "It's Enough" daher. Das Kölner Publikum – wohl zwischen 20 und 60 Jahre alt – kam aber vor allem bei den zeitlos frischen "It Ain't Over 'Til It's Over" oder "Always On The Run" auf seine Kosten, bis auf die Ränge tanzend und singend. Lenny Kravitz predigte in den Pausen Liebe und Frieden, war nah an den Fans, holte einen Jubilar sogar auf die Bühne: zu dessen 60. Kravitz-Konzert!  Zur Maxi-Version von "Let Love Rule" kurvte der Wahl-Pariser durch den Innenraum, schüttelte Hände, machte Selfies und gab Autogramme. Das ekstatische "Are You Gonna Go My Way" bildete den krachenden Abschluss des Konzerts, das nur einen Wermutstropfen hatte: Es war zu laut.

Lenny Kravitz - Ein Megastar zum Anfassen

WDR 2 | 26.06.2018 | 02:47 Min.

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Setliste
1. Fly Away
2. Dig In
3. Bring It On
4. American Woman
5. Get Up Stand Up
6. It's Enough
7. Low
8. It ain't Over 'Til It's Over
9. Can't Get You Out Off My Mind
10. Believe
11. I Belong To You
12. Tunnel Vision
13. The Chamber
14. Always On The Run
15. Where Are We Runnin'?
16. Again
17. I'll Be Waiting
18. Let Love Rule
19. Are You Gonna Go My Way

Stand: 26.06.2018, 08:15