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Amy Macdonald rockte das Colosseum-Theater

Amy Macdonald rockte das Colosseum-Theater

Amy Macdonald in Essen: 18 Songs, alle in Akustik-Versionen - kein Schlagzeug, keine E-Instrumente. Amy und ihre fünfköpfige Band rockten das Colosseum-Theater.

Konzert Amy Macdonald im Essener Colosseum Theater (01.04.2019)

Kaum wiederzuerkennen: Amy Macdonald präsentierte sich im Essener Colosseum Theater mit glatten, schulterlangen blonden Haaren. Vor ausverkauftem Hause präsentierte die 31-Jährige "Woman Of The World" ein "Best of" ihrer bisherigen Karriere.

Kaum wiederzuerkennen: Amy Macdonald präsentierte sich im Essener Colosseum Theater mit glatten, schulterlangen blonden Haaren. Vor ausverkauftem Hause präsentierte die 31-Jährige "Woman Of The World" ein "Best of" ihrer bisherigen Karriere.

Unter den 18 Liedern, welche die schottische Singer-Songwriterin mit ihrer fünfköpfigen Band an diesem Abend spielte, waren neue Lieder und natürlich Klassiker wie "This Is Life". Mit dem gleichnamigen Album, das 2008 erschien, feierte Macdonald ihren internationalen Durchbruch – allein in Deutschland hielt sich das Werk 101 Wochen in den Charts.

Das Konzept der laufenden Tournee kam in dem trotz seiner Größe intim wirkenden Essener Theater voll zur Geltung: Alle Lieder kamen in "abgespeckten" Versionen daher.

"Abgespeckt" konnte minimal heißen: Nur Amy und ihre Gitarre – wie bei dem zum Weinen schönen "Left That Body Long Ago".

Maximal bedeutete das Konzept eine Instrumentalisierung mit Akustik-Gitarren- und Bass, Mandoline, Geigen und Cello; Schlagzeug, Percussion und E-Instrumente gab es nicht.

Dass man auch mit reinen Akustik-Versionen rocken kann, wollte Amy bei "Run" vom Debütalbum zeigen – es gelang und wurde mit reichlich Applaus belohnt.

Zwischen den Songs nahm die charmante Sängerin immer wieder Kontakt mit dem Publikum auf – und machte dies mit erfrischend viel Ruhe und Offenheit. Unter den spontan wirkenden Anekdoten war auch diese: Ungezogen sein lohnt sich. Nach eigener Aussage hat dies nämlich der damals jugendlichen Amy ihren späteren Ferrari beschert.

Denn als Teenagerin, so erzählte Amy in Essen (das sie an diesem Abend "Food" nannte), habe sie ihre ersten Lieder geschrieben, als sie sich tagsüber in ihrem Zimmer eingeschlossen habe. Grund hierfür sei gewesen, dass sie Angst vor dem Zorn der Mutter gehabt habe, da Amy oft erst bei Tagesanbruch nach Hause gekommen sei – und das in Zeiten, bevor es Handys gab.

Und an einem dieser Nachmittage habe sie dann mit einem Achtspur-Rekorder "This Is Life" komponiert und aufgenommen – und davon geträumt, berühmt zu sein. Das Publikum, im Schnitt geschätzt älter als Amy und die Musiker, dankte der charmanten Schottin mit viel Applaus und begeisterten Pfiffen für einen fast schon familiär anmutenden Abend. 

Stand: 02.04.2019, 11:00 Uhr