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Die Toten Hosen

Die Toten Hosen

Die Toten Hosen sind seit den 80er Jahren mit Punk Rock aus Düsseldorf erfolgreich. Die Band engagiert sich auch gegen Rassimus - so wie beim #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz.

Von wegen immer unter Strom: 2020 wollen Die Toten Hosen darauf verzichten und bescheren uns auf ihrer "Alles ohne Strom"-Tour ein besonderes Live-Erlebnis ohne elektronische Hilfsmittel.

Nach 14 Jahren hatte die Band 2019 wieder ein Akustikalbum veröffentlich - Mitschnitt eines Konzertes in der Düsseldorfer Tonhalle.

Ein ganz besonderer Abend mit den Toten Hosen

Im Oktober 2019 waren die Toten Hosen bereits im Großen Sendesaal des WDR live, ohne Strom und mit einer weiteren Besonderheit aufgetreten: Campino & Co. luden das Publikum ganz ohne Vorgaben zum Gespräch ein.

Die Toten Hosen live und ohne Strom im WDR

Die Toten Hosen live und ohne Strom am 01.02.2019 im Großen Sendesaal des WDR Funkhauses in Köln

"Für uns ist das heute kein Konzert, und für euch dann wohl auch nicht", stellte Campino gleich zu Beginn klar. Stattdessen: Ein "Abend der Begegnung" zum Musikmachen und Reden.

"Für uns ist das heute kein Konzert, und für euch dann wohl auch nicht", stellte Campino gleich zu Beginn klar. Stattdessen: Ein "Abend der Begegnung" zum Musikmachen und Reden.

Hits im neuen Gewand: Klavier, Cello und ein Akkordeon bereicherten den stromlosen Hosen-Sound um neue Dimensionen.

Gleich die erste Wortmeldung hätte schon ein Fazit sein können. Ein Fan sprach aus, was wohl alle sagen wollten: "Vielen Dank für diesen geilen Abend!"

"Macht es einen Unterschied, vor 600 oder vor 60.000 Menschen zu spielen?" wollte ein anderer wissen. Campino: "Klar, hier sehe ich sofort sechs, sieben Leute die ich kenne. Das macht mich nervös!"

Zwischen dern Fragen spielten die Düsseldorfer "stromlose" und akustische Versionen ihrer alten und neuen Hits: "An Tagen wie diesen" mit Cello, "Bonnie & Clyde" als Shuffle und eine "AC/DC trifft ZZ Top"-Version von "Hier kommt Alex".

Am ersten Advent musste natürlich auch was Besinnliches sein: Kuddel gab eine zärtlich gegröhlte Version von "Schlaf Kindlein, schlaf" zum Besten.

Auch das ein seltener Anblick auf einem Hosen-Konzert: ein Klavier.

Eigentlich gab es bequeme Polstersessel für alle, aber wenn die Hosen vom Reden zum Musikmachen wechselten, hielt es im Saal niemanden auf den Sitzen.

Das Frage-Anwort-Spiel gefiel sowohl den Hosen als auch den Fans. Und so wurden an diesem Abend viel mehr Worte gesprochen als gesungen.

"Bereut ihr etwas?", wollte ein Fan wissen. "Da gibt es einiges", antwortete Campino, "aber die Feten waren alle okay!".

Was die Band nicht bereut, ist immer wieder zu gesellschaftlichen Themen klar Stellung zu beziehen, auch wenn ihnen dafür im Netz der Hass entgegenschlägt: "Vor 30 Jahren haben wir halt Postkarten bekommen, voll mit Rechtschreibfehlern und Drohungen."

Fragen gab es reichlich an diesem Abend, und trotzdem wiederholte sich kaum eine. Die Fans fragten nach musikalischen Helden (The Clash, Foo Fighters), Inspirationen für die Texte ("Die Worte müssen raus") und dem Altwerden ("60 wird so oder so ein Meilenstein - oder ein Wendepunkt").

Präsentiert wurde das Konzert gemeinsam von WDR 2 und 1LIVE. Auf die Musik der Hosen konnten sich schnell alle einigen, bei der Ansprache der Gäste dauerte es ein bisschen länger: Sagen wir "Ihr" oder "Sie" fragten sich Tilman Köller und Marco Schreyl.

"Welche Träume habt ihr noch als Band?", wollte eine junge Frau wissen. Breitis Antwort war wohl genau das, was alle Fans hören wollten: "Möglichst lange noch so weitermachen."

Ein Pfarrer im Publikum nahm die Hosen beim Wort: "Wofür lohnt es sich, zu leben? Gebt mir eine Botschaft für meine nächste Predigt", forderte er die Musiker auf. Breiti wusste natürlich eine Antwort: "Wir wollen alle erleben, dass Fortuna noch mal Meister wird!"

Am Ende waren die 600 Fans im Saal begeistert: "Besser kann man den ersten Advent nicht verbringen!"

Die Toten Hosen

Punk Rock aus Düsseldorf, damit ist die Band seit den 80er Jahren erfolgreich. Die Toten Hosen haben eine große Fangemeinde und sind auch über Deutschland hinaus bekannt, unter anderem durch Klassiker wie "Alex", "Opel-Gang", "Halbstark" und "Auswärtsspiel".

Die Band engagiert sich stark gegen Flüchtlingsfeindlichkeit und Rassismus, und das nicht nur beim #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz: 2019 übergaben sie dem Bundestag eine Unterschriftensammlung gegen Rassismus, die sie während ihrer Tour gesammelt hatten.

Campino zu Gast bei WDR 2

2019 waren Die Toten Hosen auf allen Kanälen unterwegs: Einen Tag nach dem Kinostart der Dokumentation "Weil du nur einmal lebst - Die Toten Hosen auf Tour" erschien das Live-Album zur Tour. Bei seinem Besuch im WDR 2 Studio hat Frontmann Campino mit Moderator Mike Litt über die musikalischen Wurzeln der Band, britischen Fußball, den Kampf gegen Rassismus und das "Mannschaftsgrab" auf dem Düsseldorfer Südfriedhof gesprochen.

#wirsindmehr - Konzert gegen Rassismus

Im September 2018 haben Die Toten Hosen gemeinsam mit weiteren Bands in Chemnitz gegen Rassismus und Gewalt gesungen. Zum #wirsindmehr-Konzert kamen rund 65.000 Besucher.

"Man merkt, dass die Zivilgesellschaft wachgerüttelt worden ist von den Ereignissen in Chemnitz und dass dieses Konzert eine Art Katalysator war", sagte Konzertbesucher Marcus Nolden, der seit einigen Jahren in Chenmitz lebt, auf WDR 2.

Stand: 27.02.2020, 09:40