Wie Michael Jackson einen Welthit im Hotel einsang

Musikkassetten liegen nebeneinander auf einem Tisch. Dazu der Text: Der 90er nach 9.

Wie Michael Jackson einen Welthit im Hotel einsang

Von Katrin Elsner

Der 90er nach 9 holt den Sound eines großen Jahrzehnts ins Radio. Wir liefern die Geschichten hinter dem "Earth Song", erzählen was Whigfield heute macht und warum Deep Blue Something das Frühstücksfernsehen hassten.

Captain Hollywood Project - More and More

"More and More" vom Captain Hollywood Project. Mit Hollywood hat die Band aber herzlich wenig zu tun. Frontmann Tony Harrison hat seinen Spitznamen beim Militär bekommen. Weil er ein so guter Breakdancer war, meinten seine Kollegen: irgendwann schaffst du es nach Hollywood. Für Hollywood hat es nicht gereicht, aber Platz 1 der deutschen Charts und immerhin hat er auch als Choreograph auf der "Fantasy"-Tour von DJ Bobo mitgewirkt.

Deep Blue Something - Breakfast at Tiffiany’s

"Frühstück bei Tiffany" - der vielleicht größte Film von Schauspiellegende Audrey Hepburn aus dem Jahr 1961. In den gleichnamigen Song der Band Deep Blue Something hatten die Plattenfirmen Anfang der 90er zuerst gar kein Vertrauen. Trotz Platz 6 in den US-Charts, sollte der Song in Großbritannien nicht veröffentlicht werden. Wurde er aber doch und siehe da: Platz 1 und Platin-Auszeichnung und ein Welthit. Unschöner Nebenaspekt: alle Bandmitglieder sind Morgenmuffel. Ihre Auftritte in frühe TV- und Radioshows haben sie gehasst.

a-ha - Crying in the rain

In den 80ern steht die Abkürzung "a-ha" noch nicht für "Abstand, Hygiene, Alltagsmasken", sondern für einen ersten ersten Entwurf eines Songs der Band. Daraus wurde später der Bandname. Heute sind sie mit den größten und wichtigsten Preisen der Welt ausgezeichnet, haben vom norwegischen Königshaus so gut wie jeden Orden verliehen bekommen, den es gibt und haben schon mehrmals bei der Gala zur Verleihung des Friedensnobelpreises live gespielt. Ihre Coverversion von Tammy Wynettes "Crying in the rain" schafft es 1990 in die deutschen Top 10.

Whigfield - Saturday Night

"Dee Dee Nanana" - wenn diese Wortfetzen beginnen, setzt das 90er-Jahre-Partyfeeling ein. "Saturday Night" von Whigfield ist bis heute einer der großen Klassiker des Jahrzehnts. Platz 1 in Kanada, Deutschland, Großbritannien und Spanien. Dort hat sich die dänische Sängerin übrigens um die Altervorsorge gekümmert. Das verdiente Geld hat Whigfield aber schon früh in zwei Appartements im Zentrum von Barcelona angelegt. Ihr Lebensstil heute: kein Zucker, kein Salz, kein Alkohol. Nach Party klingt das nicht mehr wirklich. Ganz im Gegensatz zu ihrem größten Hit.

Michael Jackson - Earth Song

Die drei großen "M" der Fernsehgeschichte: Mondlandung, Mauerfall, Michael Jackson bei "Wetten, dass..?". 1995 tritt der King of Pop exklusiv im deutschen Fernsehen auf, singt den "Earth Song" und 18 Millionen Menschen gucken zu. Die erste Demo-Version zum Song entsteht schon 1988, sollte eigentlich noch "What about us" heißen und wurde in einem Hotel in Wien von Michael Jackson eingesungen. Sieben Jahre später wird er als "Earth Song" zum Welthit, das Video thematisiert die Zerstörung und Wiedererstehung der Erde, zeigt Szenen von brennenden Amazonas-Wäldern, dem Krieg in Kroatien oder illegalen Tier-Jagden in Tansania.

Backstreet Boys – Larger than Life

Der Start in das neue Jahrtausend. 1999 für die Backstreet Boys aber nicht ins Jahr 2000, sondern gleich ins Jahr 3000.Ihr Musikvideo zu „Larger than life“ gilt bis heute als eines der teuersten, das jemals produziert wurde. Über 3 Millionen Dollar, für knappe 5 Minuten.Die Backstreet Boys als Roboter und Cyborgs auf Raumschiffen im Weltall. Für damalige Zeiten mit irren Animationen und Special Effects.Der Song schafft es in 15 Ländern in die Top 10 und ist bis heute einer der größten Partytracks der Band.

Toni Braxton - Un-break my heart

Herzschmerz der ganz tiefen Sorte. 1996 schmachtet sich Toni Braxton in die Charts. Ein Song über eine zerbrochene Liebe, mit einem Video über den schmerzvollen Verlust des Partners. Es war Toni Braxtons Idee, teilweise angelehnt an den Film „A Star Is Born“ mit Barbra Streisand. Ein tödlicher Motorradunfall und der Wunsch, das gebrochene Herz wieder zusammenzufügen - „Un-break my heart“ eben. In Rückblickszenen sieht man allerdings auch leidenschaftliche Pärchen-Szenen unter der Dusche. Für Toni Braxton ein Graus, schließlich standen beim Dreh über 40 Personen um diese Dusche herum und guckten zu.