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Mando Diao zu Gast bei WDR 2

Mando Diao zu Gast bei WDR 2

Von Oliver Rustemeyer

Mando Diao experimentierten in den letzten Jahren mit Folk, HipHop oder Jazz. Mit neuem Gitarristen finden sie zurück zum Beatrock der Anfänge. Über ihr achtes Studioalbum "Good Times" sprachen die Musiker am Mittwoch (17.05.2017) live bei WDR 2.

Müssen Gitarristen einer Rockband, die sich plötzlich für pure Synthetik erwärmt, eigentlich nach so einem drastischen Strukturwandel umschulen? Und sind das dann noch Mando Diao? Eine Band? Oder doch mehr? Und wenn ja, wie viele? Sicher ist jedenfalls nur: Diese Schweden werfen seit der Jahrtausendwende Fragen auf.

"Wir sind immer noch wild und verrückt"

Immerhin einige davon konnten geklärt werden, als Mando Diao bei WDR 2 hereinschauten. Dabei bekannten sie sich zu ihrer Experimentierfreude: "Manchmal muss man verrückte Sachen ausprobieren im Leben." Und auf sein Alter von 36 Jahren angesprochen versicherte Björn Dixgard im Gespräch mit WDR 2 Moderatorin Steffi Neu: "Wir sind immer noch wild und verrückt." Das neue Album fasste er so zusammen: "Es gibt viel Abwechslung, viel Energie, viele tanzbare Stücke, aber auch Balladen und melancholische Texte." Also ein Gemischtwarenladen.

Raus aus der Garage

Es ist ja nicht so, dass Mando Diao seit Ende der Neunziger niemals ihre schmuddelige Garage verlassen hätten, wo sie ihren schnodderigen, teils orgiastischen Sixties-Gitarrenrock ursprünglich schrammelten. Sie drosselten zwischenzeitlich für akustischen Folk ihre Stromgitarren (2007 auf "Never Seen The Light Of Day"), operierten mit Beats und Loops (2009 auf "Give Me Fire! - und erschlossen sich mit dem synthetischen Welthit "Dance With Somebody" ganz neue Massen), vertonten schwedische Gedichte (2012 auf "Infruset"), tobten sich unter dem Projektnamen Caligola mit Versatzstücken aus HipHop, Jazz, Funk und Electro aus (2012 auf "Back To Earth") tauschten ihre schwarzen Lederjacken mit neongrellen Anzügen, um wie Captain Future damals in den Achtzigern mit sphärischen Kitschflächen zu experimentieren (2014 auf "Aelita").

Kurskorrektur

Nun aber hat das Schicksal die Unberechenbaren zur nächsten Kurskorrektur gezwungen. Nach dem Ausstieg von Sänger Gustaf Noren ist das reizvolle Wechselspiel am Mikro mit Co-Stimme Björn Dixgard aus. Mit neuem Gitarristen finden Mando Diao den Weg zurück zum aufgekratzten Beatrock der Anfänge, ohne ihre synthetischen Neigungen zu vernachlässigen.

Stand: 17.05.2017, 13:42