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Die WDR 2 Wahlfamilie

Bundestagswahl 2017 – was bewegt den Westen?

Die WDR 2 Wahlfamilie

Von Christopher Unger

Während des Bundestagswahlkampfs haben die Mitglieder der WDR 2 Wahlfamilie über die Themen gesprochen, die ihnen besonders wichtig sind. Jetzt nach der Wahl stellt sich die Frage, wie sie das Ergebnis sehen und ob sie glauben, dass sich eine künftige Regierung um ihr Anliegen kümmert.

WDR 2 Wahlfamilie am Tag der Bundestagswahl

Die WDR 2 Wahlfamilie am Tag der Bundestagswahl

Ruth Piecha (38)
Freiberuflerin in Elternzeit, verheiratet, zwei Kinder (3 Jahre und 9 Monate), aus Köln:

Ruth Piecha

Ruth Piecha (38), Mutter, "Deutschland hat zu wenig Hebammen."

"Es kann nicht sein, dass in Deutschland nicht mehr alle Frauen vernünftig versorgt werden bei der Geburt. Während der Geburt meiner ersten Tochter musste sich die Hebamme gleichzeitig um zwei Frauen kümmern. Ich habe mich allein gelassen gefühlt. Politik muss den Beruf der Hebamme dringend aufwerten."

Britta Kleinwächter (46)
verheiratet, Angestellte bei einem Taxiunternehmen, zwei Kinder, aus Bonn

Britta Kleinwächter

Britta Kleinwächter (46) Sachbearbeiterin: "Ich kann nur noch halbtags arbeiten, weil es kein Recht auf eine Nachmittagsbetreuung in der Schule gibt."

"Seitdem mein jüngster Sohn in die Grundschule geht, kann ich nur noch in Teilzeit arbeiten, weil er keinen Platz im offenen Ganztag bekommen hat. Er geht erst in die 2. Klasse, ich möchte ihn deswegen mittags nicht allein zu Hause lassen. Weil Schulschluss teilweise aber schon um 11.45 Uhr ist, muss mein Arbeitgeber sehr flexibel sein. Politik muss dafür sorgen, dass eine ganztägige Betreuung von Grundschulkindern möglich ist. Denn finanziell sind wir eigentlich auf zwei volle Gehälter angewiesen."

Gisela Süßenbach (62)
verheiratet, drei erwachsene Kinder, Verwaltungsangestellte aus Aachen

Gisela Süßenbach

Gisela Süßenbach (62): "Ich habe jahrelang in die Rente eingezahlt und bekomme bald nur 900 Euro."

"Ich habe viele Jahre in die Rentenkasse eingezahlt. Nur als unsere Kinder noch klein waren, habe ich nicht gearbeitet. In wenigen Jahren gehe ich in den Ruhestand und werde circa 800 Euro Rente bekommen. Wie soll man davon leben? Ich habe Angst vor Altersarmut und befürchte, dass das auch später einmal meine erwachsenen Kinder treffen kann."

Axel Kufen (41)
Leiharbeiter in der Logistikbranche, aus Moers, verheiratet, Zwillinge (2½)

Axel Kufen

Axel Kufen (40) Leiharbeiter aus Moers, "Leiharbeit ist sozial ungerecht."

"Ich arbeite seit drei Jahren als Leiharbeiter und bekomme für die gleiche Arbeit weniger Geld als meine festangestellten Kollegen. Ich verdiene unter 10 Euro in der Stunde, meine Kollegen 16 Euro. Das Gesetz bietet zu viele Schlupflöcher, so dass jahrelange Leiharbeit in Deutschland problemlos möglich ist. Ich erwarte von Politikern, dagegen etwas zu tun."

Julian Steiner (18)
Schüler und Erstwähler aus Hamm, wohnt noch bei seinen Eltern

Julian Steiner

Julian Steiner (18), Erstwähler: "Politik spricht mich fast gar nicht an."

"Ich habe den Eindruck, Politiker wissen gar nicht, was unsere Generation beschäftigt. Sie leben in ihrer eigenen Welt. Ich möchte nach dem Abitur Lehramt studieren und finde, Politik muss dafür sorgen, dass Ausbildung und Studium erschwinglich und trotzdem auf hohem Niveau sind. Bei der Bundestagswahl darf ich zum ersten Mal mein Kreuz machen. Ob ich aber hingehe, weiß ich noch nicht."

Stand: 24.09.2017, 17:16