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Erfindungen: Aus dem All in den Alltag

Erfindungen: Aus dem All in den Alltag

"Eine Erfindung aus der Weltraumforschung" klingt erst einmal wie Wichtigtuerei. Viele heute alltägliche Dinge wurden aber tatsächlich für den Einsatz im All erfunden.

Astronaut Alexander Gerst macht während eines Weltraumspaziergangs am 07.10.2014 ein Selfie

Selfies from Space: Superkompakte und energieeffiziente Lichtsensoren wurden von der NASA entscheidend weiterentwickelt. Heute sind sie in fast allen Smartphones und Digitalkameras zu finden.

Selfies from Space: Superkompakte und energieeffiziente Lichtsensoren wurden von der NASA entscheidend weiterentwickelt. Heute sind sie in fast allen Smartphones und Digitalkameras zu finden.

Das Navi im Auto, die metergenaue Wegbeschreibung auf dem Handy - beides wäre unmöglich ohne GPS (Global Positioning System - dt. Globales Positionsbestimmungssystem). Das ursprünglich militärische Satellitensystem ermöglich die punktgenaue Erfassung der Position und Geschwindigkeit von Empfängern auf der Erdoberfläche.

Ohne die schützende Atmosphäre der Erde sind Astronauten im All einer hohen Dosis schädlicher Strahlung im Sonnenlicht ausgesetzt. Materialien, die beispielsweise UV-Strahlen aus dem sichtbaren Licht herausfiltern, kommen hier auf der Erde in Sonnenbrillen zum Einsatz.

Feuer ist eine tödliche Gefahr, besonders im All: Die NASA entwickelte darum für die Raumstation Skylab Rauchmelder, die Feuer viel früher erkennen können als die menschlichen Sinne. Inzwischen warnen uns solche Geräte in jeder Wohnung vor gefährlicher Rauchentwicklung.

Strom aus der Steckdose ist im All und auf dem Mond Mangelware. Zur Entnahme von Mondgesteinsproben wurde darum ein Bohrer mit autarker Stromversorgung entwickelt - der Akkubohrer war geboren.

Viele Produkte wurden nicht direkt für die Raumfahrttechnik erfunden, aber hier erstmals erprobt und popularisiert. Mithilfe von Strichcodes behielt die NASA bei der Konstruktion von Raketen und Raumstationen den Überblick über die verwendeten Bauteile. Heute nutzt jeder Supermarkt die Strich-Technologie.

Auf langen Flügen in engen Raumkapseln gibt es keine Toilette. Darum tragen Astronauten bei Start und Landung und auf Weltraumspaziergängen besonders saugstarke Windeln, die bis zu eineinhalb Liter Flüssigkeit aufnehmen können. Die dafür entwickelten Materialien, sogenannte "Superabsorber", kommen auch in Babywindeln zum Einsatz.

Zwei der berühmtesten angeblichen Raumfahrt-Erfindungen sind gar keine: Die Teflon-Beschichtung aus extrem widerstandsfähige Kunststoff wurde bereits 1938 von einem amerikanischen Chemiker entdeckt. Der Klettverschluss wurde 1951 von einem Schweizer Ingenieur zum Patent angemeldet. Beide Produkte kommen aber auch in der Raumfahrt zum Einsatz.

Stand: 19.06.2019, 00:00 Uhr