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Lass uns über Musik reden - Jörg Thadeusz mit Gästen in Münster

Lass uns über Musik reden - Jörg Thadeusz mit Gästen in Münster

WDR 2 Talker Jörg Thadeusz empfing die Musiker Joris, Nico Santos und "Element of Crime"-Sänger Sven Regener im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Das Ergebnis: 120 Minuten spannender Talk und beste Musik.

WDR 2 Jörg Thadeusz Spezial in Münster

Im LWL Museum für Kunst und Kultur finden normalerweise Ausstellungen statt, heute gewähren drei deutsche Musiker Einblick in ihr Schaffen. Joris, Nico Santos und Sven Regener sind da, Jörg Thadeusz will alle Geheimnisse aus ihnen herauskitzeln.

Im LWL Museum für Kunst und Kultur finden normalerweise Ausstellungen statt, heute gewähren drei deutsche Musiker Einblick in ihr Schaffen. Joris, Nico Santos und Sven Regener sind da, Jörg Thadeusz will alle Geheimnisse aus ihnen herauskitzeln.

Sven Regener hat die ganze Bande mitgebracht: Element of Crime spielen gewohnt lässig auf und haben das Publikum mit drei neuen Songs im Nu um den Finger gewickelt. In der Talkrunde sitzt aber nur der Sänger. "Warum sitzt da nur einer und darf reden?", frotzelt Regener, "bei der Gründung 1985 wäre das ein Riesenthema gewesen. Heute sind alle froh, dass sie das nicht machen müssen."

"Ich hatte ein bisschen Angst davor, auf Deutsch Songs zu machen" erinnert sich Regener an die Anfänge seiner Band. "Mit so einer Musik wird man eigentlich nichts", sei damals das Urteil gewesen, es habe für "Element of Crime" keine Szene, keine Peergroup gegeben. Mehr als 30 Jahre später sind Element of Crime immer noch da. "Am Anfang ist das Fluch, und später ist das Segen", blickt Regener zufrieden auf die alte Zeit zurück.

Anders als Joris und Sven Regener singt Nico Santos auf Englisch (und gelegentlich auf Spanisch, wie er später noch unter Beweis stellt). Eins eint aber alle drei: Sie kommen alle aus Bremen und Umgebung. Jörg Thadeusz ist verblüfft.

"Songtexten ist eine musikalische Handlung. Was zum Singen zu haben ist ja kein Kleinkram", sagt Sven Regener. Zur Beruhigung: Beim Texten gebe es "nichts zu beachten", sagt Regener und schiebt dann hinterher: "Es muss nur gut klingen und darf auch nach dem hundertsten Mal nicht fad werden."

Nico Santos hat früher Songs für andere Künstler geschrieben, auch aus dem Schlagerbereich, und gibt freimütig zu: manchmal habe die Texte ein Kumpel nachts bekifft und in Unterhose erdacht. Bei den eigenen Songs liegt aber sein ganzes Herzblut drin.

Joris, im westfälischen Vlotho aufgewachsen, hatte seinen ersten Kontakt zur Musik am Schlagzeug eines Cousins, erst später entdeckte er die Stimme für sich. Im Alter von 16 Jahren begab er sich auf die Spuren amerikanischer Folk-Musik und fand darüber seinen eigenen Zugang zum Schreiben und Singen.

Sein neues Album "Schrei es raus" erscheint am 5. Oktober, in Münster spielte Joris vorab schon "Glück auf": Ein Stück, das ganz auf seine Reibeisenstimme und sein Klavier reduziert ist.

Bei allem Handwerk und aller Erfahrung, die Sven Regener inzwischen gesammelt hat, ab und zu geht auch mal was daneben: "Ich glaube, dass man dauernd Holzwege beschreitet, aber das macht ja nichts. Man soll einfach die Songs schreiben wie sie kommen und gucken was passiert."

"Wenn man Musik schreibt, dann liebt man sie erst einmal. Später muss man dann schauen, ob das hält", sagt Joris.

Nico Santos gibt bei seinem abschließenden Liveauftritt alles und sing "Safe", eine akustische Version von "Rooftop" und eine spanische Version des Songs "Ich will nur, dass du weißt" der Band SDP.

Nach zwei intensiven Stunden ist Schluss. Und wenn doch nicht alle Geheimnisse herausgekitzelt wurden: Es gibt sicher ein nächstes Mal. Danke Münster!

Stand: 29.09.2018, 20:30 Uhr