Eine Person mit Helm schaut auf eine weite Braunkohle-Grube.

27. November 2020

Jetzt hilft nur noch der Weltuntergang

Hallo am Freitagnachmittag,

ich bin am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Zu meinen Kindheitserinnerungen gehört der Blick in ein riesiges Loch. Wir sind mit der Grundschulklasse zum Tagebau gefahren, einer unendlich wirkenden gelb-gräulichen Grube. Die Begleitpersonen mühten sich mit Vergleichen ab, um aus den monströsen Braunkohlebaggern niedliche Fabelwesen zu machen. Doch viele von uns fanden sie einfach hässlich - und das Loch auch im übertragenen Sinne zu groß, um es fassen zu können.

Die Klassenfahrt ist fast 30 Jahre her. Heute umfasst das Rheinische Braunkohlerevier (je nach Bemessung) etwa 236 Quadratkilometer. Die Bagger hätten unterwegs 29-mal den Schlosspark von Versailles verschluckt und ihn mehrere hundert Meter tiefer gelegt - oder 2-mal ganz Jerusalem. Sie merken, jetzt mühe ich mich mit Vergleichen ab. Weil ich die unfassbaren Fragen von damals mittlerweile in Worte fassen kann: Wie legitimieren wir gesellschaftliche Großprojekte wie die Kohleverstromung? Autobahnen wurden umgelegt, Urwälder abgeholzt, Menschen mussten ihre Häuser, Höfe und Kirchen verlassen - zeigen wir unsere Wertschätzung?

In Eva-Maria Baumeisters Hörspiel-Collage kommen die 30 Jahre jetzt zusammen. Und viele Menschen zu Wort, die deutlich direkter betroffen waren und sind als ich. Sie ist einer unserer Tipps in dieser Woche.

Liebe Grüße,
Gerrit Booms
WDR Hörspieldramaturg

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Hörspiel | 29. November 2020, 19.04 - 20.00 Uhr  | WDR 3
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