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Gabriel Rios

Gabriel Rios schaut in die Kamera

Europäischer Alltag und karibisches Heimweh

Gabriel Rios

Hier ist der ungewöhnliche Lebensweg eines Ausnahmetalents, das den Latin-Pop mit europäischer Produktions-Cleverness gepaart hat: Das erste Kapitel der Vita Rios' spielte sich in der puertoricanischen Hauptstadt San José ab. Hier sang er im Kirchenchor, übte sich früh mit seiner Band beim Covern der Beatles, sammelte Mosaiksteinchen in der Salsa, im Punk und im HipHop.

Die Liebe zu einer Belgierin führte ihn 1996 nach Gent, wo er zunächst Kunst studierte. Doch bald schon traf man den Exil-Latino in belgischen Rockbands. Europäischen Alltag, karibisches Heimweh und die Wurzeln der Jugend verschmolz Gabriel Rios zu einem unerhörten globalen Pop, dem mit Genredenken oder Vergleichen mit seinem Landsmann Ricky Martin absolut nicht beizukommen ist. Alternative Rock, HipHop, Bomba und Plena siedeln in seinem Sound, den er mit dem Album "Ghostboy" vorstellte. Jo Bogaert, immerhin Urheber von "Pump Up The Jam", ist der Mann hinter dem Pult bei Rios' packenden Kreationen. Die Auskopplung "Broad Daylight" wird zum Soundtrack zu Theo van Goghs Film "06/05", nach der Ermordung des Regisseurs spielen Rios und seine Band auf dessen Beerdigung.

Angelhead

Auf der zweiten Scheibe "Angelhead" zeigt sich der karibische Denker wiederum im Verbund mit Bogaert fest im Sattel. In den vorrangig englischen Lieder haben sich Electro-Rock, Funk, Salsa und HipHop zu einem noch dichteren Guss verbacken. Die Belgier belohnten das mit Platz 1 der Charts und Vergoldung der Platte. Vom Ghostboy über den Engelskopf zum Goldjungen.

Diskografie:

  • Angelhead 2007 Pias
  • Ghostboy 2006 Pias

Stand: 16.03.2018, 12:23