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Uekermann findet Plan zu Prüfung von Asylanträgen in Afrika "menschenverachtend"

Uekermann findet Plan zu Prüfung von Asylanträgen in Afrika "menschenverachtend"

Juso-Chefin Johanna Uekermann hat scharfe Kritik an den Plänen Deutschlands und anderer EU-Staaten geübt, die Asylchancen von Flüchtlingen bereits in Afrika prüfen zu lassen. "Wer solche Vorschläge macht, ist zynisch und menschenverachtend", sagte Uekermann der Nachrichtenagentur AFP. Die Unterbringung von Flüchtlingen in Lagern in afrikanischen Staaten sei lediglich "Symptombekämpfung". Stattdessen müssten die Fluchtursachen bekämpft werden.
 "Wir wissen, unter welchen Bedingungen die Leute da untergebracht werden. Das sind keine Bedingungen, die menschenwürdig sind, die Menschen Perspektiven bieten", sagte Uekermann. Die Wartezeit in solchen Lagern wäre auch viel zu lang. "Wie lange dauert es, bis so ein Asylantrag geprüft ist? Zwei Jahre? Und so lange bleiben die im Gefängnis? Das geht nicht."
Die Chefin der SPD-Nachwuchsorganisation forderte, endlich in die Bekämpfung der Fluchtursachen zu investieren. Neben mehr Entwicklungszusammenarbeit, der Schaffung von Perspektiven in den Herkunftsländern und der Bekämpfung des Klimawandels bedeute dies auch, "weniger Geld in Rüstung und in Waffen zu stecken".

Stand: 30.08.2017, 16:31