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Libanesen fordern eine "Revolution"

Libanesen fordern eine "Revolution"

Bei den Demonstrationen, die in der Hauptstadt Beirut und anderen Städten stattfanden, verlangten die Teilnehmer in Sprechchören den "Sturz des Regimes" und eine "Revolution". Der Platz der Märtyrer im Zentrum von Beirut war laut Augenzeugen "schwarz vor Menschen", von denen viele libanesische Fahnen schwenkten. Die Demonstranten versammelten sich nur wenige Stunden, nachdem Präsident Michel Aoun die Bürger des Landes in einer Fernsehansprache zur Einheit aufgerufen hatte. "Ich appelliere an Euch alle, Euch zu vereinen", sagte er. Er hat einen Drei-Punkte-Plan vorgelegt, der das Land aus der Krise führen soll.  Aoun zufolge hat der Plan den Kampf gegen Korruption, die libanesische Wirtschaft und die Zivilgesellschaft zum Inhalt. "Aber die drei (Punkte) sind nicht leicht umzusetzen", so der Präsident. "Korruption verschwindet nicht leicht, weil sie über Dutzende Jahre Wurzeln geschlagen hat. Sie wird nicht ohne große Anstrengungen verschwinden", sagte er laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur NNA. Angesichts fast zweiwöchiger Massenproteste war am vergangenen Dienstag die Regierung von Ministerpräsident Saad Hariri zurückgetreten. Nun kommt dem Präsidenten eine Schlüsselrolle bei der Bildung einer neuen Regierung zu - Aoun hat die Bildung eines Expertenkabinetts angekündigt.

Stand: 04.11.2019, 15:59