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Warum so wenige Geflüchtete in der Pflege landen

Warum so wenige Geflüchtete in der Pflege landen

Bei der Bundesagentur für Arbeit haben sich 2018 rund 40.000 offene Stellen in der Alten- und Krankenpflege angestaut. Allerdings kamen 2018 nur 1,8 Prozent der Pflegerinnen und Pfleger aus den typischen Asylherkunftsländern. So steht es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD. Die Gründe dafür sind vielschichtig, erläutert Ehsan Vallizadeh vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Zum einem werde der Pflegeberuf überwiegend von Frauen ausgeübt und 87 Prozent der arbeitenden Personen aus den Asylherkunftsländern seien Männer. Zum anderen reichten die Sprachkenntnisse und beruflichen Qualifikationen oft nicht aus. In anderen Fällen dauert es Monate oder Jahre, bis die ausländischen Abschlüsse in Deutschland anerkannt werden. Vallizadeh wendet aber auch ein, dass nicht jeder pflegen will und kann. "Es bringt nichts, gezielt eine Kampagne zu starten, um Geflüchtete in diese Engpass- oder Pflegeberufe einzuschleusen. Vielmehr geht es darum, das perfekte Match zu finden." Trotzdem sieht Vallizadeh für die Politik ein paar Aufgaben: Berufsabschlüsse schneller anzuerkennen, Weiterbildungen zu unterstützen und den Pflegeberuf generell aufzuwerten.

Stand: 24.10.2019, 16:03