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Flüchtlingskrise im Mittelmeer: Rom verhandelte wohl mit Top-Schleuser

Flüchtlingskrise im Mittelmeer: Rom verhandelte wohl mit Top-Schleuser

Von rbb/WDR

Flüchtlingskrise im Mittelmeer: Rom verhandelte wohl mit Top-Schleuser

Bei einem Treffen zwischen italienischen und libyischen Behörden vor zwei Jahren auf Sizilien soll auch ein bekannter Menschenschmuggler teilgenommen haben. Wie die italienische Tageszeitung "L'Avvenire" berichtet, ging es bei den Verhandlungen im Mai 2017 um eine Kontrolle der Migrantenströme über das Mittelmeer. Bei dem Menschenhändler soll es sich um den Libyer Abd al-Rahman al-Milad handeln. Al-Milad gilt laut einem UN-Report als einer der führenden Drahtzieher im internationalen Schleppergeschäft. Laut "L'Avvenire" wurde Al-Milad bei dem Treffen als Kommandeur der lybischen Küstenwache vorgestellt. Während seines Aufenthaltes auf Sizilien soll er auch ein Flüchtlingslager in der Stadt Mineo besucht. Der Zeitung zufolge soll die libyische Delegation Druck auf Rom ausgeübt haben, damit Italien in Libyen Flüchtlingseinrichtungen finanziere. Daraufhin habe die Regierung in Rom begonnen, der EU die Eröffnung von entsprechenden Unterkünften in Libyen vorzuschlagen. Bereits in der Vergangenheit war der italienischen Regierung vorgeworfen worden, geheime Absprachen mit libyschen Milizen getätigt zu haben.

Stand: 08.10.2019, 15:43