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Wasteland Rebels Jessica Liedke und Shia Su, Podcastcover

Wasteland Rebels - Der COSMO Nachhaltigkeits-Podcast

Wie erkenne ich Greenwashing — außen grün, innen klimaschädlich?

Stand: 10.09.2022, 10:10 Uhr

Welcome back! In unserer ersten Folge der zweiten Staffel sprechen wir mit Zero Wasterin Anke Schmidt über Greenwashing. Als ehemaliger Marketing-Mensch kennt Anke sich aus mit den Greenwashing-Strategien. Sie weiß, wo auch in der Nachhaltigkeitsindustrie getrickst wird und wie wir Konsumierende weniger darauf reinfallen können.

Wie erkenne ich Greenwashing - außen grün, innen klimaschädlich?

COSMO Wasteland Rebels – besser nachhaltig 10.09.2022 43:31 Min. Verfügbar bis 10.09.2023 COSMO Von Jessica Liedtke & Shia Su


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Die Wasteland Rebels sind zurück aus der Staffelpause. In Staffel 2 haben sie in jeder Ausgabe einen tollen Gast. In der ersten Folge der zweiten Staffel sprechen sie mit Zero Wasterin Anke Schmidt – Shias Go-To-Expertin in Sachen Etikettenschwindel – über Greenwashing. Als ehemaliger Marketing-Mensch kennt Anke sich aus mit den Greenwashing-Strategien. Als Produzentin von Zero-Waste-Produkten hat sie aus erster Hand – u.a. durch eigene Labortests – erfahren, wo auch in der Nachhaltigkeitsindustrie ganz schamlos getrickst wird. Sie gibt einen einmaligen Einblick hinter die Kulissen und erzählt, warum es sogar dort an Transparenz mangelt ist wie Konsumierende weniger darauf reinfallen können.

In dieser Folge gehen wir mit Anke den Fragen auf den Grund:

  • Was ist Greenwashing überhaupt?
  • Ist Greenwashing erlaubt?
  • Wie grün ist es wirklich, wenn Fast Fashion oder Fast Furniture Hersteller nachhaltigere Kollektionen anbieten?
  • Warum ist das so kompliziert mit Greenwashing und Transparenz?
  • Woran kann ich Greenwashing erkennen und mich und die Umwelt schützen?
  • Macht es Sinn, auf Siegel zu achten – und wenn ja, auf welche?

Was ist Greenwashing?

Greenwashing ist, wenn ein Unternehmen ihren Produkten oder auch ihrem ganzen Unternehmen einen umweltfreundlichen Anstrich gibt – aber der Kern bleibt umwelt- bzw. klimaschädlich. Sie stellen also sich bzw. Ihre Produkte ökologischer dar, als sie es sind oder bewerben ein paar ökologische Produkte ganz stark – wirtschaften aber weiterhin überwiegend umwelt- und klimaschädlich. Das ist natürlich irreführend für uns Konsumierende oft kaum zu erkennen.

Das sind die Marketing-Tricks

  • Sprachlich: Verwendung von Werbeslogans mit ungeschützten Begriffen wie beispielsweise "nachhaltig", "natürlich", "Naturkosmetik", "biobasiert", "organic"
  • Optisch: Verpackungsdesign in Farben wie grün, braun, Natur-Motiven wie grüne Felder, Wiesen, Wolken und oft aufgedruckten Strukturen wie Papp- oder Holzoptik
  • Intransparenz: Wenn man dann z.B. auf der Firmen-Webseite nachlesen möchte, was genau die "nachhaltigen" Inhaltsstoffe oder Quellen sind, wird das nicht weiter ausgeführt
  • Ablenkung: Durch das große Bewerben von umweltfreundlicheren Aspekten (oft durch oben erwähnte Begriffe) wird von den umweltschädlichen Aspekten abgelenkt
  • Oft sehr kleine, schwer leserliche Schriftgröße bei den Inhaltsstoff-Angaben auf der Verpackung
  • Nachhaltigkeits-Versprechen, die aber in der Zukunft liegen

Ankes Tipps

Erkennen lässt Greenwashing leider nicht so einfach. Da müssen wir als Verbrauchende leider genauer hinschauen:

  • Falls möglich am besten schon vor dem Einkauf schon mal auf den Webseiten der Marken recherchieren: Was verstehen sie unter Nachhaltigkeit? Werden sie konkret mit ihren Aussagen oder bleibt es bei schwammigen Marketing-Texten?
  • Für Fortgeschrittene: Machen die Nachhaltigkeits-Maßnahmen überhaupt Sinn? Veröffentlicht das Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht, den man sich durchlesen kann?
  • Die Verpackung genau anschauen: Ist es vielleicht eine Papp-Schachtel mit einer Plastiktüte drin?
  • Wenn auf der Verpackung Nachhaltigkeitsversprechen stehen – wird das z.B. durch Siegel nachgewiesen? Stehen da konkrete Infos bzw. bei Produkten wie Kaffee auch genaue Herkunftsangaben?
  • Werden Siegel angegeben? Die App Siegelklarheit hilft, da den Überblick zu behalten.
  • Ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe kann auch schon oft helfen. Ist sie überhaupt leserlich? Sind die Inhaltsstoffe auch für nicht-Fach-Menschen verständlich angegeben? Bei Kosmetik kann die App Codecheck helfen, die gibt nach dem Scannen des Barcodes an, ob problematische Inhaltsstoffe in dem Produkt stecken.

Was bedeutet das für meine Kaufentscheidungen?

Manchmal sollten wir eindeutig die Finger von Produkten lassen, die mehr Umweltschutz versprechen als sie halten können. So können z.B. Kosmetika trotz Versprechen wie "enthält kein Mikroplastik" andere Kunststoffe wie sogenanntes Flüssigplastik enthalten – ganz legal!

Und wenn wir zu Produkten aus den nachhaltigen Kollektionen von großen Fast Fashion Marken oder Möbelhäusern greifen, ist es auch gut zu wissen, dass der Profit, den sie damit machen, auch wieder ins gesamte Sortiment fließen kann – also auch in das ganze umwelt- und klimaschädliche Sortiment.

Manchmal allerdings – wie bei unserem Beispiel mit der angeblich erdölfreien und kompostierbaren Zahnseide – sind die ökologisch überzeichnet Produkte trotzdem die nachhaltigste Option auf dem Markt. Selbst wenn vielleicht der bittere Nachgeschmack bleibt, von den Marken durch falsche Marketing-Versprechen an der Nase herumgeführt zu werden…

Ihr habt Fragen zum Thema? So erreicht Ihr die Wasteland Rebels!

Per Mail an: wastelandrebels@radiobremen.de oder schickt uns eine Sprachnachricht bei WhatsApp, Telegram oder Signal: 0172 5678566. Zudem könnt ihr uns über die COSMO-App kontaktieren. Dort bequem den Messenger öffnen - unsere Nummer ist da schon eingetragen! Und natürlich lohnt sich immer ein Besuch auf dem COSMO-Instagram-Kanal.