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Serien-Podcast: "Stateless" und "Upright" - Wie schön ist Australien?

Screenshot: Stateless

Glotz und Gloria - Der COSMO Serien-Podcast

Serien-Podcast: "Stateless" und "Upright" - Wie schön ist Australien?

Von Emily Thomey, Jörn Behr

Jörn und Emily haben zwei Serien aus Australien geguckt. Das Drama "Stateless" erzählt anhand von vier Hauptfiguren die Geschehnisse in einem Auffanglager für Flüchtlinge. Die Dramedy "Upright" begleitet ein unfreiwilliges und ungewöhnliches Duo auf ihrem Roadtrip mit Klavier und Trauerbewältigung. Außerdem gibt es Schlagzeilen zum Webfest Berlin und zu einer erzwungenen Namensänderung.

Glotz und Gloria: "Stateless" und "Upright" - Wie schön ist Australien?

COSMO Glotz & Gloria 21.08.2020 48:18 Min. Verfügbar bis 20.08.2025 COSMO

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Review "Stateless"

Das australische Drama von und in einer Nebenrolle mit Cate Blanchett erzählt einen Teil der australischen Einwanderungspolitik und fokussiert sich dabei auf ein fiktives Auffanglager im Outback. In dem treffen vier Hauptfiguren aufeinander: Ein Familienvater, der aus Geldgründen zum Aufseher wird, ein Einwanderer, der zunächst ohne seine Familie Asyl beantragt, eine hochrangige Ministeriumsmitarbeiterin, sowie eine Australierin, die untertauchen will und sich deswegen als Deutsche ausgibt, um abgeschoben zu werden. Diese Figur beruht auf einer wahren Geschichte und nimmt viel Raum ein.

Irrsinnige Bürokratie

Die Serie sieht top aus, ist einfallsreich strukturiert und hat tolle Schauspieler*innen wie Jai Courtney ("Suicide Squad") und Yvonne Strahovski ("Handmaid's Tale"). Ich fand gut, dass wir uns nicht an dem Elend und der Warterei der Flüchtlinge ergötzen sollen. So sieht das Lager nicht so schlimm aus wie andere tatsächlich existierende. Stattdessen geht es eher um die psychologische Komponente geht und den Irrsinn, dass es viel zu wenige Sachbearbeiter*innen für die ganzen Anträge gibt. Die Zustände sind skandalös – in der Serie und auch in der Realität, in der Australien Auffanglager auch mal auf einsame Inseln ausgelagert hat.

Review "Upright"

Der ehemals durchaus erfolgreiche Musiker Lucky transportiert ein Klavier auf der Ladefläche seines Autos quer durch Australien, als er bei einem Unfall sein Auto schrottet und die junge Meg kennenlernt, die ebenfalls das Land durchquert. Notgedrungen tun sie sich zusammen und lernen auf dem Weg allerhand skurrile Typen kennen - beispielsweise eine Bikertruppe, eine Art Kommune oder einen Fight Club. Besonders Lucky muss dabei eine Menge einstecken.

Irre Landschaft

Teenie Meg ist bewusst als eine sehr große Nervensäge angelegt. Das ist toll gespielt, aber ich hätte nach ein paar Folgen vermutlich abgebrochen, wenn dann nicht ihre Fassade gefallen wäre, um ein Drama zu offenbaren. Bei Lucky wird anhand von Rückblenden erzählt, warum er diesen Trip so machen muss, auch wenn Emily und ich das beide schon früh geahnt haben. "Upright" ist ein witziger, dann doch etwas tiefsinnigerer Roadtrip mit einem hoffnungsvollen, wenn auch irgendwie traurigen Ende. Die halbe Miete ist die unglaubliche Weite der australischen Landschaft, die toll eingefangen wird und die ich auch gerne mal erleben würde – aber dann bitte ohne Nervensäge oder Klavier.

Wo?

 "Stateless" läuft bei Netflix, "Upright" beim kleinen Pay-TV-Sender Universal TV, der z.B. via Sky oder Magenta TV empfangbar ist.

Kontakt zu Jörn und Emily:

Facebook.com/cosmo_ard
E-Mail: glotzundgloria@wdr.de
Whatsapp: 0172 5678 566

Stand: 21.08.2020, 00:00