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Hengameh Yaghoobifarah über Bipolarität und Hass im Internet

Miriam Davoudvandi und Hengameh Yaghoobifarah

Danke, gut. Der Podcast über Pop und Psyche

Hengameh Yaghoobifarah über Bipolarität und Hass im Internet

In der ersten Folge von "Danke, gut - Der Podcast über Pop und Psyche" ist Autor*in und Journalist*in Hengameh Yaghoobifarah zu Gast.

Hengameh Yaghoobifarah über Bipolarität und Hass im Internet

COSMO Danke, gut. Der Podcast über Pop und Psyche 06.08.2020 47:55 Min. Verfügbar bis 06.08.2021 COSMO

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Hengameh spricht über das Internet als guten und schlechten Ort für die Psyche. Beispielsweise wenn es darum geht, psychische Probleme wie bipolare Störungen in Memes zu verpacken, aber auch darüber, wie es ist, wenn man innerhalb kürzester Zeit zur öffentlichen und politischen Zielscheibe wird. Außerdem geht es darum, wie es ist, als psychisch kranke Person in einer Kleinstadt aufzuwachsen und wie der Faktor Dicksein mit reinspielt.

Begriffserklärungen

Was bedeutet bipolar?

Die bipolare Störung, auch umgangssprachlich als manische Depression besprochen, gehört zur Gruppe der affektiven psychischen Störungen. Affektive Störungen sind gekennzeichnet durch Veränderungen und Schwankungen der Stimmungslage und damit einhergehenden Schwankungen des Antriebs- und Aktivitätsniveaus. Das Wort bipolar kennzeichnet dabei, dass die Betroffenen dieser Störung von starken Stimmungsschwankungen zwischen den beiden Polen eines depressiven Erlebens und eines manischen Erlebens betroffen sind. So schlagen für die Betroffenen Phasen voller Euphorie, gehobener Stimmung, Energie und Tatendrang oftmals plötzlich um in depressive Phasen, in welchen sich die Betroffenen als antriebsarm, niedergeschlagen und minderwertig fühlen. Zwischen diesen Phasen, die durchaus verschiedene Ausprägungen haben können, ist die Stimmungslage oftmals mehrere Wochen oder Jahre ausgeglichen.

Was bedeutet neurodivers?

Der Begriff Neurodiversität entstand etwa um die Jahrtausendwende und beschreibt ein Konzept, welches die neurologische Vielfalt unter Menschen in den Vordergrund rückt. Per Definition von Neurodiversität verbergen sich hinter dem Begriff die Neurologie - also die Wissenschaft vom Gehirn/Nervensystem - und der Begriff Diversität, welcher für Verschiedenheit und Vielfalt steht.

Das Konzept der Neurodiversität beschreibt, dass es nicht den einen neurobiologischen Bauplan gibt, sondern viele verschiedene. Außergewöhnliche, sogenannte atypische neurobiologische Entwicklungen, wie sie bei Autismus, AD(H)S, Entwicklungsstörungen oder bestimmten psychischen Störungen festgestellt werden können, sollten nach diesem Ansatz nicht als krankhaft, sondern einfach nur als weitere neurologische Varianten unter anderen angesehen und respektiert werden. Dementsprechend lehnt die Neurodiversitätsbewegung, welche sehr durch die Arbeit von Autist*innen geprägt ist, eine krankheitsfokussierte Betrachtung von Menschen, die davon Betroffen sind (sog. Neuro-Minderheiten), generell ab.

Hilfsangebote:

Solltet ihr euch betroffen fühlen oder Personen im Umfeld haben, die betroffen sind, kontaktiert bitte umgehend die Telefonseelsorge online oder unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222.

Sollte die Gefahr der Selbst- oder Fremdgefährdung (insbesondere Suizidgefährdung) bestehen, zögert nicht einen psychiatrischen Notdienst oder den Rettungsdienst unter der 112 zu verständigen.

Weitere Informationen zum Thema Mental Health findet ihr auch bei der Deutschen Depressionshilfe.

Autorin: Miriam Davoudvandi
Beratung: Dipl. Psychologin Stephanie Cuff-Schöttle
Titelsong: Sam Wise: "Velour Intro"
Kontakt: cosmo@wdr.de

Die nächste Folge "Danke, gut." mit Miriam Davoudvandi erscheint am 27. August.