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Ebow – Für die Kinder der Diaspora

Ebow: "K4L"

Sound Supreme - Ebow: "K4L"

Ebow – Für die Kinder der Diaspora

Von Anne Lorenz

Ebow spielt unser erstes Radiokonzert des Jahres am 23. Januar in Köln! Die deutsch-alevitische Rapperin hat mit "K4L" ein Manifest für weibliche Selbstbestimmung und migrantisches Empowerment rausgebracht. HipHop mit klarer Kante gegen Rassismus und Sexismus. Live bei COSMO.

Sound Supreme - Ebow: "K4L"

COSMO Sound Supreme 12.01.2020 02:30 Min. Verfügbar bis 11.01.2021 COSMO

Ebru Düzgün alias Ebow ist im Münchener Bahnhofsvierter als Kind türkisch-alevitisch-kurdischer Eltern aufgewachsen. Schon im Kinderzimmer hat sie angefangen zu rappen, geflasht von 2Pac, Public Enemy und Missy Elliott, und später in Straßenbahnen und Waschsalons gefreestylt. Politisches Engagement wurde ihr mit in die Wiege gelegt. Als Kind wurde sie zu kurdischen Demonstrationen mitgenommen. Und ihre Mutter hat sich für Frauenrechte engagiert. Das alles hat die Künstlerin Ebow beeinflusst.

Mittelfinger & Liebe

Als Rapperin setzt sich Ebow in ihrer Musik mit Diskursen um Migration, Rassismus und "people of color" auseinander. Sie thematisiert die Flüchtlingskrise, Kapitalismus und Waffenexporte in ihren Texten. Auf ihrem dritten Album "K4L" streckt Ebow allen Machos, Posern, Sexisten und Rassisten den Mittelfinger entgegen. Auf der anderen Seite geht es immer um Gemeinschaft. Denn daraus schöpft Ebow ihre Power. In den 14 Songs verteilt sie viel Liebe an alle Kinder der Diaspora, Old-School-HipHop-Fans, starke Frauen und die queere Szene.

Im Geiste der Nullerjahre

Vom Style her knüpft Ebow an die Nullerjahre, als Haltung noch eine Grundvoraussetzung im Deutschrap war. Bewusst grenzt sie sich von aktuellen Trends ab. Für Bling-Bling, Autotune und Codein-geschwängerte Partys hat sie nichts übrig. Musikalisch agiert Ebow allerdings im Hier und Jetzt – mit Kommentaren zur Zeit und futuristischen Beats. Dafür ist Ebows langjähriger Kollaborateur und Produzent Walter P99 Arke$stra – oder einfach nur Wally P - verantwortlich. Die Songs wabern zwischen Trap, Bass, Cloudrap und Electro-Anleihen - mal wunderbar verstrahlt, dann wieder tight und tanzbar.

Global Player

Gerade hat Ebow den Förderpreis des Münchener Kulturausschusses gewonnen und wird dort als "mehrdimensionale, feministische, queere, experimentierfreudige und mutige" Künstlerin geehrt. Auch an verschiedenen Dokumentarfilmen hat Ebow bereits mitgewirkt, sei es für den Soundtrack oder als Protagonistin. Über den Experimental-Pop ihres Trios Gaddafi Gals hat auch schon die New York Times berichtet. Neben der Musik schließt Ebow gerade ihren Master in Architektur an der TU Wien ab. Und am 23. Januar dürfen wir sie auf der Bühne des Yuca Clubs in Köln begrüßen. Ebow spielt das erste COSMO Radiokonzert des Jahres für euch!

Stand: 10.01.2020, 17:47