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Expedition Makossa

Pop Makossa - The Invasive Dance Beat of Cameroon 1976 - 1984

Sound Supreme - "Pop Makossa - The Invasive Dance Beat of Cameroon"

Expedition Makossa

Von Georg Milz

Kosmische Keyboards, funky Gitarren und eine dicke Bassline - das Frankfurter Label Analog Africa ist auf der Suche nach raren Grooves in Kamerun gelandet. "Pop Makossa - The Invasive Dance Beat of Cameroon" versammelt zwölf Songs zwischen Disco, Soul und Funk der 70er Jahre.

Vor etwa acht Jahren stieß Samy Ben Redjeb bei seinem Besuch in Kamerun auf rare Aufnahmen aus den 70er Jahren, die ihn nicht mehr losließen. Es sollten allerdings noch ein paar Jahre vergehen, bis sein DJ-Kollege Déni Shain aus Marseille 2016 vergessene Musikerlegenden wie Bill Loko, Mystic Djim und "his majesty' Eko Roosevelt zwischen Makossa-Metropole Douala, Kameruns Hauptstadt Yaoundé und Paris aufspürte. Shain lizensierte die Songs und dokumentierte ihre Geschichten.

Geburtsstunde des Makossa

Die lokalen Rhythmen des Sawa-Volkes vermischten sich in den 70ern mit den zuckersüßen Melodien von Rumba und Highlife aus Westafrika und wurden so ins Zeitalter des Disco-Pop versetzt. Die Geburtsstunde des Makossa schlug, als der Künstler Nelle Eyoum bei einem legendären Konzert in Douala, das Publikum mit den Worten "Kossa, Kossa" einheizte und so damit aufforderte, beim Tanzen noch tiefer in die Knie zu gehen. Seitdem spricht man in Kamerun von "Makossa", wenn bei einer Party mal wieder so richtig gefeiert wurde.

Zwischen Tanz & Trance

Auffällig beim Makossa sind die tragenden und herausragenden Basslines, die mal eher virtuos angeschlagen und dann wieder durchweg disco-tauglich geslappt werden. Das DJ-Kollektiv von Analog Africa hat die Auswahl der Songs über Jahre hinweg auf ihren Partys nach ihrer Dancefloor-Kompatibilität getestet. Manche Songs, wie "Sekele Movement", "Nen Lambo" oder "M'onguele M'am", mögen vor etwa 40 Jahren entstanden sein, sie haben noch heute das Potential die Tanzflächen unsicher zu machen.

Kulturpolitisches Dokument

"Pop Makossa - The Invasive Dance Beat of Cameroon" ist voller vergessener Disco- und Funkschätze aus einem Afrika der 70er, die einen süchtig machen können. Die Compilation bildet auch eine wichtige Epoche kamerunischer Popmusik-Geschichte ab, als die Musik mithalf, ein so unterschiedliches Land, das wegen seiner kulturellen Vielfalt auch "kleiner Kontinent" genannt wird, zu vereinen.

Sound Supreme - "Pop Makossa - The Invasive Dance Beat of Camero

COSMO Sound Supreme | 19.06.2017 | 02:30 Min.

Stand: 18.06.2017, 00:00