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Zwischentöne aus London

Little Simz - "GREY Area"

Sound Supreme - Little Simz - "GREY Area"

Zwischentöne aus London

Von Diviam Hoffmann

Little Simz ist eine originale Londonerin und setzt mit "GREY Area" auf die Zwischentöne statt in das Geschrei der Hardliner miteinzustimmen. Dafür hat die Rapperin u.a. Chronixx, Little Dragon und Michael Kiwanuka eingeladen.

Little Simz - "GREY Area"

COSMO Sound Supreme | 10.03.2019 | 02:38 Min.

Little Simz ist auf Krawall gebürstet. "Stop fucking with my heart" und "I'm A Boss in A Fucking Dress", singt sie im Song "Boss". Die Londoner Rapperin, die seit Jahren von Genre-Größen wie Kendrick Lamar oder Gorillaz gefeiert wird, zeigt auf ihrer neuen Platte "Grey Area" allen, wo es lang geht.

Musik als Therapie

Für die neue Platte hat sich Little Simz über zwei Jahre Zeit gelassen. Denn: Simbiatu Ajikawo, wie die 25-jährige Londonerin mit bürgerlichem Namen heißt, kann nicht nur extrovertierte Rhymes um die Ohren hauen, sondern auch nach Innen schauen und Zerbrechlichkeit zeigen: "Musik ist wie Therapie für mich", so Simz im Interview. "Als wir das Album gemacht haben, war es wie eine Reinigung. Ich konnte meine Erfahrungen darin verarbeiten, mich ihnen stellen anstatt vor ihnen davon zu laufen. Ich fühle mich viel besser jetzt, dank dieses Ventils."

Zwischen den Beats

Little Simz bringt auf "Grey Area" unterschiedliche Klänge zusammen, brachiale Bässe, jazzige Flöten und sanfte Melodiebögen, über die sie ihren Flow ausbreitet. Simz spielt mit den stolpernden Drums und setzt ihre Rhymes auch mal in die Lücken der Beats, die sie mit Inflo produziert hat. Simz und Inflo kennen sich schon Kindheitstagen. Angefangen haben die beiden zusammen in einem Jugendzentrum im Nord-Londoner Islington, inspiriert haben sie aber auch ihre Eltern: "Ich komme aus einem afrikanischen Elternhaus. Musik war immer enorm wichtig. Ich bin aufgewachsen mit Afro-Beats, Reggae, HipHop, auch Grime und Garage. Das war alles immer um mich rum."

Little Simz huldigt auf "Grey Area" ihren Vorbildern: Von US-HipHop, über Grime bis zum britischen "pirate radio". In einer Zeit, in der immer mehr Grenzen gezogen werden, sich viele als Hardliner positionieren, weiß Simbiatu Ajikawo: Es ist nicht alles schwarz und weiß. "Grey Area" ist ein Album über die Zwischentöne, denn die liegen ihr - musikalisch und textlich.

Stand: 08.03.2019, 15:02