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Greentea Peng: Die heilende Kraft der Musik

Greentea Peng - Nah It Ain’t The Same"

Greentea Peng: "Man Made"

Greentea Peng: Die heilende Kraft der Musik

Von Christian Werthschulte

Greentea Peng macht Musik als Therapie. Auf ihrem Debütalbum "Man Made" will sie mit R&B, Reggae und Psychedelik die Welt heilen.

Greentea Peng: "Man Made"

COSMO Sound Supreme 06.06.2021 02:31 Min. Verfügbar bis 06.06.2022 COSMO


Wenn man etwas richtig super findet, dann sagt man auf Englisch; "It’s peng". Die Londoner Musikerin Greentea Peng sagt das über grünen Tee. Mit ihrer Mischung aus R&B, TripHop und Reggae hat sie im UK einen richtigen Hype ausgelöst. Für die 27-jährige Londonerin ist Musik die heilende Kraft des Universums. "Meine Songs sind Therapie für mich. Das ist alles, das ist, womit ich mich ausdrücke", sagt sie. "Meine Musik ist oft schmerzhaft, aber ich versuche immer wieder, die Liebe zu betonen."

Musik als Trauerarbeit

Greentea Peng - "Man Made", Albumcover

"Man Made", das Debütalbum von Greentea Peng, ist ihre Form der Trauerarbeit. Die Pandemie hat ihre Tourpläne zunichte gemacht, zudem ist ihr Stiefvater gestorben, der ihr viel Musik nahe gebracht hat. Im Lockdown hat sie ihr Album aufgenommen, und ihrem Stiefvater widmet sie darauf einen Song: "Mein Stiefvater Jim hat mir eine unbekannte Welt voller Musik eröffnet, die mich als

Teenager  sehr beeinflusst hat. Vorher habe ich keine Bands gehört. Er hat mir Rockmusik und Trip Hop nahegebracht." Greentea Peng ist in London aufgewachsen. Ihre Mutter kam aus Afrika, ihr Vater war ein arabischer Schauspieler und hat sie ermutigt, Musik zu machen. Im Alter von zwölf trennten sich ihre Eltern und Greentea Peng zog mit ihrer Mutter nach Hastings an die Südküste zu Jim, ihrem Stiefvater. Weil sie in der Schule Opfer von Mobbing wurde, gab sie die Musik auf und zog im Alter von siebzehn zurück nach London, wo sie in Bars und Clubs hinter der Theke arbeitete. Danach zog sie mit ihrem Freund ein paar Jahre durch Mittel- und Südamerika. Am Strand von Mexiko fand sie schließlich ihre Stimme wieder und wurde zur Sängerin einer Coverband. "Ich habe nie so richtig gewusst, wo ich hingehöre und war immer zwischen verschiedenen Kulturen hin- und hergerissen", sagt Greentea Peng. "Ich liebe, es die verschiedenen Schriften und Geschichten zu lesen. Ich glaube, ich stand immer dem Hinduismus nahe. Viele meiner Freunde sind Hare Krishna, ich singe viele Chants. Es ist definitiv ein großer Teil meiner Heilung."

Spirituelle Künstlerin mit weltlicher Mission

Nach ihrer Rückkehr nach London beginnt Greentea Peng gemeinsam mit dem Produzenten Earbuds, ernsthaft an Musik zu arbeiten. Nach einer Reihe von gefeierten EPs und Singles erscheint jetzt ihr Debütalbum "Man Made". Darauf singt sie über die Freunde, mit denen sie den Lockdown auf dem Land verbracht hat, um ihr Album aufzunehmen, über persönliche Schicksalsschläge und die politische Lage für People of Color. Dahinter steckt die Suche nach Heilung – und nach Freiheit: "Bob Marley hat gesagt: Befreit euch von der mentalen Sklaverei. Das ist der erste Schritt. Wir erleben überall ein massenhafte Einkerkerung, egal ob spirituell, mental oder physisch. Der menschliche Geist wird unterdrückt."

Stand: 06.06.2021, 00:00