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Uncensored Playlist

Uncensored Playlist | China

Interview mit Ulrike Gruska

Uncensored Playlist

Die "Uncensored Playlist" macht zensierte Artikel zugänglich. Initiert hat das Projekt Reporter ohne Grenzen. Wir sprechen mit deren Pressereferintin Ulrike Gruska.

Aus welchen Ländern sind die Kolleginnen und Kollegen, die ihr habt vertonen lassen?

Das sind Journalisten aus Usbekistan aus Ägypten, Thailand, Vietnam und aus China. Eines der Länder mit der strengsten Zensur weltweit.

Es geht ja um den Welttag der Internetzensur. Ist sie denn noch schärfer als die normale Zensur?

Da muss ich mal kurz nachdenken, ob schärfer oder nicht. Es ist ganz einfach so, dass dadurch, wenn jetzt normale Zensur betrieben wird und die Zeitungen zum Beispiel entweder nicht ausgeliefert werden darf oder die Redaktionen gestürmt wird und die Computer weggenommen werden, dann ist die physische Infrastruktur betroffen oder bei Radiosendern TV-Sendern werden dann auf die Studios gestürmt. Das Internet bietet natürlich die Möglichkeit mit extrem wenigen Mitteln und auch mit extrem wenigen Leuten Informationen unters Volk zu bringen. Blogger und Bürgerjournalisten, die dann einfach von zu Hause aus Dinge streuen können, die der Regierung nicht genehm sind. Und das ist so hoch effektiv. Und gerade deswegen ist diktatorischen Machthabern das Internet so ein großer Dorn im Auge und deswegen wird in so vielen Ländern der Welt jetzt das Internet immer schärfer kontrolliert.

Die Songs sind ja alle sehr professionell vertont und wer hat das gemacht?

Das war ein internationales Team. Die Kampagne hat für uns die Werbeagentur DDB umgesetzt, zusammen mit einer professionellen Produktionsfirma Media Monks aus Berlin. Die haben professionelle Künstler engagiert. Lukas Maier ist der Komponist dieser Songs. Iris Fuzaro, eine Filmemacherin, hat die Videos dazu gedreht. Das sind nicht einfach nur Artikel, die dann gesungen werden oder irgendwie zur Musik verwurstet werden, sondern die haben sich wirklich zusammen mit den Journalisten hingesetzt und über die Artikel gesprochen, was jetzt die wichtigste Botschaft ist, die sie rüberbringen wollen. Sie haben den Text entwickelt und das musikalische Konzept wird von professionellen Sängern gesungen, also nicht von den Journalisten selbst. Von denen kommen tatsächlich nur der Inhalt und die Begleitung der Umsetzung. Und dann haben sie Landessprachen Songs. Die gibt es ja immer jeweils auf Englisch und in der Sprache des entsprechenden Landes. Die sind auch tatsächlich von Künstlern aus diesen Ländern produziert und gesungen worden.

Das komplette Interview mit Ulrike Gruska zum Nachhören:

Interview mit Ulrike Gruska

COSMO Soundcheck | 12.03.2018 | 13:43 Min.

Stand: 12.03.2018, 18:00