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Rachid Taha gestorben

Rachid Taha

Rachid Taha gestorben

Am Dienstag (11.10.18) ist der Musiker Rachid Taha gestorben. Mit Taha geht ein Gigant, ein kompromissloser Rock'n'Roll-Rebell und einer der wichtigsten Musiker Nordafrikas und der Migrantengeneration in Frankreich.

"Ya Rayah" war sein größter Hit. Vor zwanzig Jahren stürmte er damit die französischen Charts. Und es war der erste arabisch gesunge Song in den Spitzen der französischen Charts. Sowas hatte es davor nicht gegeben.

Ein Star war Rachid Taha schon davor. Sein erster großer Erfolg feierte er Mitte der 80er-Jahre mit der Gruppe Carte de Sejour - übersetzt: Aufenthaltsgenehmigung. Schon der Name der Gruppe war eine musikalisch -politische Kampfansage. Eine Anspielung auf den unsicheren Status der nordafrikanischen Immigranten in Frankreich. Rachid Taha war einer von ihnen. Seine Eltern zogen vor der unsicheren Lage in Algerien nach Frankreich ins Exil. In der algerischen Hafenstadt Oran war er mit Rai- und Chaabi-Musik groß geworden. Seine großen Helden in Frankreich wurden The Clash.

Rachid Taha nahm 2004 den Clash-Hit "Rock the Casbah" zusammen mit Mick Jones und Paul Simonon von The Clash auf und erfüllte sich ein Jugendtraum. Das passte auch genau, Tahha war der Punkrocker Nordafrikas.

Neben Khaled und Faudel gehört Taha zu den Stars der Rai-Musik. Mit beiden hatte Rachid Taha vor 20 Jahren auch ein Livealbum aufgenommen - ein Riesenerfolg in ganz Frankreichm sie waren die drei Könige der Rai-Musik. Aber auch unter diesen hatte Rachid Taha seinen ganz eigenen Weg, denn er war das absolute Enfant Terrible. Musikalisch ging er von Techno bis Punk. Politisch ebenso. Immer wieder hat er in Frankreich in Wort und Musik die Rechte der Maghrebiner eingefordert. Aber Taha war auch schonungslos mit sich selbst. Er fiel besoffen von der Bühne, kippte sich die ganze Apotheke rein. Rotwein war sein Morgenkaffee: "Ich denke, wir sind nicht exzessiv genug. Es sind die anderen, die denken, dass du exzessiv lebst. Aber nein. Du bist nicht exzessiv. Du gehst nur bis an die Grenzen deines Lebens. Das ist alles. Tu tust, was du lebst, du lebst, was du tust. Das ist kein Exzess für mich."

In weniger als eine Woche wäre Taha 60 Jahre ale. Ihm gebühren morgen die Titelseiten der französischen Tageszeitungen von Le Monde bis Liberation. Zu Recht. Da geht ein Gigant, ein Visionär und kompromissloser Rock'n'Roll-Rebell.

Stand: 13.09.2018, 10:12