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In Control: A.Fruit

A.Fruit

Frauen an den Reglern der Klubmusik

In Control: A.Fruit

Von Maike de Buhr

In der Reihe stellen wir euch die spannendsten Produzentinnen aus der elektronischen Klubmusik vor. Die 160bpm-Klangwellen von A.Fruit schwingen von Moskau um den Globus. Die Producerin ist eine der wenigen populären Frauen der Footwork-Szene. Ihre Uptempo-Nummern mischt sie gerne mit anderen Genres. Das schätzen auch ihre Kollaborationspartner von der Chicagoer Pionier-Crew Teklife oder dem spanischen Kollektiv Iberian Juke.

Meine Musik ist… ein Experiment. Denn ich mixe verschiedene Genres: Footwork, Jungle, Drum and Bass, Dubstep, verschiedene Arten der Bassmusik. Ich mache das, was ich hören möchte. Ich versuche niemanden zu kopieren oder etwas Gewöhnliches zu machen. Es gibt so viele Tracks, die gleich klingen. Ich denke, das ist ein großes Problem. Ich möchte etwas anderes machen. Das muss nicht unbedingt komplett neu sein, aber eben ein Experiment, eine Melange.

Wie bist du zur Musik gekommen?

Ich mache Musik seitdem ich ein Kind war. Ich habe Gitarre gespielt und Songs geschrieben. Mit 17 oder 18 habe ich angefangen, elektronische Musik zu machen. Ein paar Freunde haben mir die Musiksoftware Ableton Live gezeigt. Das habe ich dann einfach ausprobiert und seitdem kann ich nicht mehr aufhören. Ich mache jeden Tag Musik.

Warum gibt es so wenige Frauen, die 160bpm Musik produzieren?

Ich denke, viele Frauen probieren es einfach nicht aus. Sie denken, Musikproduktion sei ein "Männerjob". Es gibt so viele Männer, die Musik machen und nicht so viele Frauen. Das ist kein reines Gender-Problem. Viele Frauen glauben nicht an sich. Sie glauben nicht, dass sie im Show-Business Erfolg haben. Ich denke, Frauen müssen mutiger sein und daran glauben, dass sie was erreichen können.

Wie kann man Frauen in der elektronischen Musik unterstützen?

Egal ob Frau oder Mann - wenn man als Hörer jemanden supporten will, dann kann man seine Soundcloud-Seiten besuchen, folgen, Tracks liken und reposten - einer fängt an, ein paar Monate später sind vielleicht ein paar Tausende dazugekommen. Man kann auch einen Kommentar hinterlassen. Wenn jemand etwas Positives schreibt, dann fühle ich mich noch mehr darin bestätigt, weiter Musik zu machen. Wenn man Promoter ist und Partys oder Festivals veranstaltet, dann sollte man einen Blick auf die weiblichen Producer werfen und sie einladen, um Shows zu spielen. Seht euch die Line-Ups von Festivals oder Partys an und zählt durch, wie viele Männer und wie viele Frauen da spielen. Und natürlich: Kauft die Musik, die ihr unterstützen wollt.

Stand: 15.08.2017, 16:19