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Sarkodie: "Jamz"

Sarkodie: "Jamz"

Sarkodie: Der schnellste Rapper Afrikas

Stand: 23.11.2022, 15:40 Uhr

Er ist einer der größten Musikstars Ghanas – dem Land von Highlife und Afrobeats. Sarkodie hat sich aber einem ganz anderen Sound verschrieben: Er gilt als schnellster Rapper Afrikas. Jetzt ist sein Album "Jamz" erschienen, eine Heimkehr zu seinen ghanaischen Roots.

Von Vincent Lindig

Auf seinem letzten Album "No pressure" von 2021 war Sarkodie sehr stark von modernen HipHop-Sounds beeinflusst. Die Beats klangen nach US-Trap und trugen Spuren der Drill-Kultur aus Großbritannien, mit Giggs, Wale und Vic Mensa hatte er sich Big Names aus der Welt des HipHop als Features gesichert. Damit bewies Sarkodie nicht zuletzt die Strahlkraft seines Namens im internationalen Musikbusiness. Sein neues Album "Jamz" ist von den Instrumentals und der Gastauswahl aber wieder klar in Afrika zu Hause. Afropop und Afrobeats dominieren den Sound der Platte und geben dem Ganzen einen tiefenentspannten, zurückgelehnten Vibe – trotz der schwindelerregend schnell gerappten Zeilen von Sarkodie selbst. Daran ändert sich trotz entspannten Beats nichts – Sarkodie hat schließlich einen Titel als "schnellster Rapper Afrikas" zu verteidigen.

Inspiration aus Südafrika

Bei aller Liebe für Afrobeats, die man auf "Jamz" in jedem Stück spürt, hat Sarkodie offene Ohren für neue Einflüsse. So hat er sich dem neuen Sound aus Südafrika zugewandt: Amapiano. Das Genre, das in den letzten Monaten einen globalen Siegeszug hinlegt, hat auch ihn inspiriert. In einem Interview erzählt Sarkodie, dass in seiner Stammbar in Accra eines Abends eine DJ Amapiano aufgelegt hat und er sofort wusste: Diesen Sound brauche ich auch auf meinem Album. Also suchte er nach Producern, die ihm den Amapiano-Vibe bringen konnten. Auf Songs wie "Labadi" zusammen mit King Promise, der von DJ Coublon produziert wurde, hören wir den typischen Logdrum-Sound und die treibenden House-Kicks, die Amapiano so hypnotisierend machen. Und darüber ein souverän flowender Sarkodie.

Internationaler Superstar auf Twi

Sarkodie ist in seiner Heimat Ghana ein Superstar –auch, weil er seine Lyrics nicht ausschließlich auf Englisch rappt. Er mischt auch immer wieder Twi in seine Texte, eine lokale ghanaische Sprache, die für viele im Land Muttersprache ist. Sarkodies Fans in Ghana verstehen das als eine Art Bekenntnis zu seiner Herkunft und als Repräsentation ihrer Kultur. Dafür feiern und lieben sie ihn. Die meisten Afrobeats-Lyrics sind auf Englisch geschrieben, das man im Grunde auf der ganzen Welt verstehen kann – Sarkodie geht einen anderen Weg, der ihn für seine ghanaischen Fans besonders authentisch wirken lässt. Diese Entscheidung, gepaart mit seinem Einsatz für Gesundheit, soziale Gerechtigkeit und Bildung, machen ihn zu einem echten People´s Champ Ghanas.

Starpower und Newcomer an Bord

Das Album ist gespickt mit hochkarätigen Gastbeiträgen, angefangen mit einem der interessantesten neuen Artists aus Nigeria, Oxlade. Auf "She Bad" bringt er seinen R´n´B-lastigen Sound mit, während Sarkodie gewohnt lässig über den schnellen Beat flowt. Auf „Over me“ featuret er die ghanaische Sängerin Cina Soul, auf dem zugegebenermaßen schnulzigen Lovesong "Forever" den jamaikanischen Reggae-Star Kranium. Und dann gibt es noch "Country Side" zusammen mit Black Sherif, dem Shootingstar aus Accra. Mit dem verbindet Sarkodie vielleicht die Arbeitsmentalität, beide gelten als unglaublich fleißig und zielstrebig. Die Zusammenarbeit ist eine schöne Geste von einem der größten Stars Ghanas, der seit mehr als zehn Jahren international erfolgreich unterwegs ist – Sarkodie macht die Tür auf für die neue Generation.