Live hören
Jetzt läuft: Taxin' (Long Version) von DJ Shadow feat. feat. Dave East & Loyle Carner

Das Kollektiv KOKOKO! aus Kinshasa präsentiert auf "Fongola" ganze eigene Elektrobeats

KOKOKO! - “Fongola”

KOKOKO! - “Fongola”

Das Kollektiv KOKOKO! aus Kinshasa präsentiert auf "Fongola" ganze eigene Elektrobeats

Von Amy Zayed

Sie bringen elektronische Sounds aus Zentralafrika auf ein neues Level: KOKOKO! Das Kollektiv aus Kinshasa baut seine Instrumente selber – aus allem, was so auf der Straße rumliegt. In Kombination mit Elektrobeats einsteht daraus die faszinierende Mischung auf dem Album „Fongola“.

Die Bandmitglieder von KOKOKO! kennen sich seit den Kindertagen: Boms Bomolo, Makara Bianko, Dido und Love Lokombe verbindet eine lange Geschichte in der Musikszene von Kinshasa. Doch eine richtige Band wurden sie erst durch einen Kinshasa-Trip von Xavier Thomas – besser bekannt als débruit. Der belgisch-französische Produzent war vor drei Jahren bei einem Freund zu Besuch: "Er hat mir die Musikszene der Stadt gezeigt und dabei habe ich Boms Bomolo getroffen. Er war Teil eines Kollektivs, das neue Instrumente entwickelt. Er hat ein paar Freunde dazu geholt und wir haben angefangen, Musik zu machen."

Der Sound von KOKOKO! besteht aus einem wirkungsvollen Rezept: Schnelle Elektrobeats, scharfe Synthesizer und traditionelle Gesänge, die fast wie buddhistische Mantras klingen. So entstehen mitreißende Rave-Momente. Die Texte rufen zum Tanzen bis zum Morgengrauen auf. Bei Live-Auftritten wird die Band von einer grandiosen Straßentanztruppe unterstützt.

Wild, frei, rebellisch

Der Sound des Albums "Fongola" baut auf dem Stil auf, den die kongolesischen Elektro-Pioniere von Konono No. 1 geschaffen und in die Welt getragen haben. Die jüngere Band KONONO! steht aber für einen wilden, freien und rebellischeren Spirit: Sie wollen ausbrechen aus dem System. Im Kongo fühlt sich die Jugend vernachlässigt. Sie ist genervt von fehlendem Internetzugang, ständigen Stromausfällen und der immer weiter fortschreitenden Ausbeutung des rohstoffreichen Landes.

KOKOKO! ist nicht die erste Band aus Kinshasa, bei der ein europäischer Produzent das Mastermind gibt und im Studio die Fäden in der Hand hält. Einen neokolonialistischen Beigeschmack sieht die Band aber nicht. Bandmitglied Boms Bomolo sieht die Zusammenarbeit als positiven Anstoß bei dem Ziel, eine afrikanische Szene für ihre Musik aufzubauen: "Wenn wir früher elektronische Musik hören wollten, mussten wir auf Konzerte von europäischen Künstlern gehen. Wir selbst hatten sowas wie eine Elektroszene gar nicht. Die kommt jetzt langsam."

Stand: 05.07.2019, 10:00