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Wunderbar verträumte Electronica

Hila (Artyom Manukian & Dawatile) - "21"

Review

Wunderbar verträumte Electronica

Von Francis Gay

Zwei Musiktüftler verbringen drei Wochen in einem Studio in Los Angeles und inszenieren einen gewagt-grandiosen Spagat zwischen westlicher Popkultur und dem schwermütigen Klang ihrer armenischen Heimat. "21", das Album von HILA ist ein wunderbares Experiment und lädt sowohl zum Träumen als zum Tanzen ein.

Vielleicht steckt im Track "Take a Sip" das Geheimnis des Albums "21" von HILA. Die mäandernden Klänge eines Cellos werden in einem melancholischen Klangabenteuer zwischen Folklore, europäischer Klassik und Filmmusik übereinander geschichtet. Artyom Manukyan und David Kiledjian, die das Duo HILA ins Leben gerufen haben, lassen hier auf der Basis ihrer armenischen Herkunft ihrer Fantasie freien Lauf. Zwei Musik-Freaks, die Lust haben Traumlandschaften zusammenzuspinnen.

HILA steht für "High In Los Angeles"  

Die Beiden Multiinstrumentalisten sind sehr gefragt, haben eigene Projekte und unter anderem auch bereits mit dem US Saxophonisten Kamasi Washington, dem Rapper Talib Kweli und dem Soulsänger Raphael Saadiq gearbeitet. 21 Tage haben sie sich im Studio eingesperrt um acht Stücke zu zaubern, die jenseits ihrer jeweiligen Musikprofi-Beschäftigungen sind. Acht Songs voll Samples, jedoch ohne tiefe Bässe, rhythmisches Dröhnen und Wummern. Frei von jeglicher Großstadtreizüberflutung.

Die hohe Sample-Kunst

Manukyan und Kiledjian zeigen was künstlerische Freiheit bedeuten kann, wenn man keinen kommerziellen Druck verspürt, die eigene Musik-DNA hervorhebt und Innovation groß schreibt. Dabei spielt die armenische Folklore eine wichtige Rolle, in deren Schwermut die Musik von HILA hin und her schwebt. Sie bildet den Rahmen für die beiden detailverliebten Elektronikfrickler und ihrer Studiogäste, die Jazz, Soul, Funk, Avantgarde und HipHop mit Klangeffekten, Störgeräuschen, Erzählstimmen und mit viel Phantasie kollagieren.

Stand: 28.02.2020, 14:11