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"Black Is King" - Schwarze Kultur und Pop

Beyoncé: "Black Is King"

Beyoncé: "Black Is King"

"Black Is King" - Schwarze Kultur und Pop

Von Negisa Blumenstein

Weltstar Beyoncé bringt ein neues Visual Album heraus: "Black Is King". Angelehnt an den Film "Der König der Löwen" aus 2019, präsentiert sie Knaller-Looks, großes Star-Aufgebot und ein Tribut an die schwarze Kultur.

Wenn Beyoncé ein Visual Album herausbringt, dann mit der für sie typischen Knaller-Optik. Zu sehen ist die US-amerikanische Sängerin im hautengen Leoparden-Oufit oder im spacigen Retro-Glitzer-Look. Einzelne Szenen sind scheinbar durch eine Super 8-Kamera gefilmt. Choreografien in der Wüste oder am Strand in wallenden Kleidern. Dann geht's in der Cabrio-Limousine – übrigens auch im Leo-Design – in die Townships und in die prunkvolle Villa. Unterwegs trifft der Popstar weitere bekannte Gesichter: Naomi Campbell, ihre alte Destiny‘s-Child-Kollegin Kelly Rowland und einige Familienmitglieder: ihre Mutter, ihre Tochter Blue Ivy und natürlich Ehemann Jay-Z.

Black Culture und Identität

Die Geschichte, die parallel erzählt wird, ist ähnlich wie die in "König der Löwen": Ein kleiner Junge wird geboren, geht auf die Suche nach seiner Identität und findet am Ende zu seinen Wurzeln zurück. Die Story wird von Beyoncé neu interpretiert: Es geht um die Verbindung zur Schwarzen Kultur und dem afrikanischen Kontinent. Beyoncé ist dabei als Erzählstimme zu hören: "You are welcome to come home to yourself", sagt sie, während sie ein Neugeborenes in den Armen wiegt.

Musikalische Einflüsse aus Afrika

Für große Fans der Sängerin ist die Songauswahl vielleicht eine Enttäuschung: Die Songs sind nicht neu, sondern von ihrem Album "Lion King: The Gift" von letztem Jahr, das sie für das Remake von "König der Löwen" kuratiert bzw. selbst eingesungen hat. Es gibt jedoch auch kleine Änderungen, wie z.B. ein A-Capella-Intro vor dem Song "Spirit" zum Finale des Films. Bekannte Namen sind auch hier vertreten: u.a. Pharrell Williams und der nigerianische Afropop-Sänger Wizkid. Seine Kollegin Yemi Alade ist gemeinsam mit einigen südafrikanischen Künstlerinnen auf "My Power" zu hören - einem Song, der auch durch den prägnanten Gqom-Beat auffällt, der aus der südafrikanischen House-Musik stammt. Beyoncé sagt selbst, es sei ihr wichtig gewesen, nicht nur landestypische Sounds zu benutzen, sondern auch Akteure aus der Szene zu featuren.

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Empowerment oder Appropriation?

Beyoncés Film soll eine Liebeserklärung an die Schwarze Kultur sein, ein Tribut an die vielen afrikanischen Kulturen, die es gibt. Die Szenen wurden in unterschiedlichen Regionen Afrikas gedreht und auch der Cast stammt jeweils von dort. Hier kann man kritisieren, dass Beyoncé alle afrikanischen Länder über einen Kamm schert und sich die Kulturen aneignet, ohne sich nachhaltig für den Kontinent zu engagieren und ihn kennenzulernen. Ein Dilemma, das auch schon in Zusammenhang mit Beyoncés Feminismus vorliegt: Ihr wird vorgeworfen, einen Nutzen aus der Thematik zu ziehen, ihr Einsatz sei lediglich ein Mode-Phänomen. Auf der anderen Seite setzt sie sich als einer der größten Popstars mit einer riesigen Reichweite auch dafür ein, dass junge Schwarze Menschen sich repräsentiert fühlen können. Sie ist nicht die erste Künstlerin, die ihren Wurzeln Tribut zollt – rückt das Thema aber in den Mainstream.

Stand: 31.07.2020, 16:47