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Alicia Keys: "ALICIA" - Therapeutische Befreiung

Alicia Keys: "ALICIA"

Alicia Keys: "ALICIA"

Alicia Keys: "ALICIA" - Therapeutische Befreiung

Von Maike de Buhr

Seit rund zwanzig Jahren ist Alicia Keys nicht aus dem R’n‘B und Pop-Himmel wegzudenken. Vom Underdog aus Hell‘s Kitchen in New York hat sie sich zu einer der angesehensten Musikerinnen gearbeitet. Mehrere Tophits und fünfzehn Grammys später hat sie nun ihr siebtes Album rausgebracht. Für sie ist es Therapie.

Alicia Keys hat sich mich sich selbst auseinander gesetzt. Facetten erforscht, die sie an sich nicht gut kannte: Ihre sinnliche Seiten und ihre dunkle Seiten, Wut und Trauer. Diese Gefühle wollte die Sängerin, Produzentin und Songwriterin nie konfrontieren. "Es war eine Herausforderung mich mit meinen eigenen Seiten auseinander zu setzen, für die ich sonst keinen Mut hatte." Auf" ALICIA" singt Keys über Sehnsucht, Liebe, Zweifel und darüber nicht die Vorstellungen anderer erfüllen zu wollen. Es geht aber auch um gesellschaftspolitische Themen. "Perfect Way To Die" ist ein Song für die Black Lives Matter Bewegung. Alicia Keys singt aus der Perspektive einer Mutter, deren Sohn getötet wurde. In "Good Job" huldigt sie Menschen in systemrelevanten Berufen.

Mehr als Pianoballaden und Mitsing-Hymnen

Den Spagat zwischen klassischem Neo-Soul und modernen Pop und R’n‘B hat Alicia Keys immer schon gemeistert. Ihr siebtes Album bietet nun mehr. Zu den geliebten Pianoballaden und Mitsinghymen mit Klatschrhythmus und Mainstream-Kalkül, gesellen sich nun Reggae, Folk und funky Disco. Im Song "Time Machine" klingt Alicia Keys mit aufeinander aufbauenden hohen Vocalmelodien fast wie R’n’B-Kollegin Solange in "Cranes in The Sky". Dass das Album so divers geworden ist, liebt Alica Keys am meisten: "Es ist genauso vielfältig wie ich – so vielfältig wie du. Ich liebe Vorstellung bunt und facettenreich zu sein und das auch ausdrücken zu können".

Neue Lust auf Feature-Gäste

Die Vielfältigkeit kommt auch durch die Feature-Gäste, die sie zum Album dazu geholt hat. Lange hat Alicia Keys nicht so gerne kollaboriert. Jetzt sind der Rapper Diamond Platnumz aus Tansania, die US-Rapperin Thierra Whack oder der britische Sänger Sampha mit ihr auf "ALICIA" zu hören. Der Neo-Soul-Königin Jill Scott hat sie nicht nur einen Song gewidmet, sondern sie auch direkt zur Verstärkung zum Song eingeladen.
Alica Keys hatte den Release des Albums mehrfach verschoben: Eigentlich sollte ALICIA im März erscheinen, aber dann kam die Coronapandemie dazwischen. Nun ist langsam wieder Platz für den Optimismus, den Alicia Keys mitbringt: Denn insgesamt ist "ALICIA" ein hoffnungsvolles Album: warm, nahbar und empathisch.

Stand: 25.09.2020, 15:47