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Nahaufnahme von Pierre Kwenders' Gesicht mit geschlossenen Augen und Händen vor Mund und Nase

Pierre Kwenders: "José Louis and the Paradox of Love"

Facettenreiche Liebe, grenzloser Global Pop

Stand: 18.05.2022, 15:08 Uhr

Pierre Kwenders wird für seinen vielseitigen Sound gefeiert. Er mischt in seiner Musik die Einflüsse aus seinen Heimatorten Montreal und Kinshasa. Auf seinem dritten Album "José Louis and the Paradox of Love" untersucht er Facetten der Liebe zu kongolesischer Rumba, Pop, R&B und Elektro.

Von Maike de Buhr

Eigentlich heißt Pierre Kwenders mit Vornamen José Louis. Dass er den Namen nun im Titel verwendet, zeigt schon: Sein neues Album ist noch persönlicher als die beiden Vorgänger. Pierre Kwenders sei zur besten Version seiner selbst geworden, er habe viel über Beziehungen gelernt. Seine verletzliche Seite will er den Menschen mit „José Louis and the Paradox of Love“ zeigen.

Paradoxon Liebe

Mit der Liebe kommen auch andere Gefühle, wie Leidenschaft, Wut, Verrat. Bei der Liebe, von der Pierre Kwenders spricht, geht es um verschiedene Formen davon: Die zu seiner kongolesischen Heimat, die romantische, körperliche oder familiäre Liebe. Im Song „Your Dream“ wendet sich Pierre Kwenders an seine Mutter. Er singt von der traditionellen Erwartungshaltung seiner Familie und davon, dass er seine eigenen Träume verfolgen möchte. Auf dem Album hinterfragt er veraltete Wertevorstellungen. Im ersten fast 10-minütigen Lied „Liberté! Égalité! Sagacité!“ - eine Referenz zum französischen Revolutionsmotto - rät er von der Brüderlichkeit ab und ersetzt sie mit Weisheit. Der Titel ist dazu eine Hommage an einen der vielen Artists, die Pierre Kwenders inspiriert haben:  Douk Saga, der berühmte ivorische Musiker, der mit seinem Coupé Decalé den Sound der Diaspora in die Nachtclubs in Paris gebracht hat.

Pierre Kwenders‘ Global Pop Sound

Pierre Kwenders bringt die verschiedenen Einflüsse seiner Vorbilder mühelos in seinem eigenen Sound aus R&B, Pop, kongolesischer Rumba und Elektro zusammen. Auch, wenn der Song eine direkte Hommage ist: In „Papa Wemba“ huldigt Kwenders dem 2016 verstorbenen König der kongolesischen Rumba, Papa Wemba. Auf dem Album treffen tanzbare, rhythmus-gewaltige Songs auf melodiöse, dramatische und hypnotische Nummern. Beim Sound haben ein paar Bekannte aus dem Global Pop mitgewirkt, wie Branko, der ein ganz besonderes Händchen für Afro-Latin Produktionen hat. Dazu singt und rappt Pierre Kwenders in Englisch, Französisch, Lingala, Tshiluba und Kikongo. Insgesamt ist „José Louis and the Paradox of Love“ ein introspektives und hoffnungsvolles Album. Pierre Kwenders zeigt darin, wie die Vergangenheit seine Gegenwart beeinflusst hat und wie grenzenlos die Zukunft der Musik sein kann.