Grime Meets Trap

Spaceman

Reviews: Octavian "Spaceman"

Grime Meets Trap

Von Anne Lorenz

Auf Spaceman kommt die Realness der Londoner Grime Szene mit den aktuell angesagten US-Trap-Sounds zusammen. Dabei überrascht Octavian mit einem enormen Gefühl für atmosphärische Elektronik, karibische Vibes und Melodien.

An vielen Stellen hört man raus, dass der 22-jährige MC großer Fan von Bon Iver und James Blake ist. In Songs wie „Lightning“ lassen sich Ähnlichkeiten zur Soundästhetik von Elektro-Produzenten wie Photay aus New York oder dem australischen Beatwizard Sampology raushören. In den 14 Songs auf „Spaceman“ tun sich vielschichtige Klanglandschaften auf, die man erstmal überhaupt nicht mit Grime oder mit Trap in Verbindung bringt. Es funktioniert aber unheimlich gut, mit seinen oft melancholischen, leicht düsteren Vibes trifft Octavian den Sound der urbanen Jugend.

Octavian "Hype"

COSMO | 13.09.2018 | 01:29 Min.

Vergeltung für die Ungläubigen

Die Single „Revenge“ hat Octavian eine Woche vor Veröffentlichung von „Spaceman“ schon mal vorweg geschickt. Eine typische Trap-Nummer: Rollende Highhats, Autotune und jede Menge Adlibs. Der Flow switcht zwischen UK Rap und losgelöstem Sing-Sang. Im Song rechnet Octavian mit allen ab, die nicht an ihn geglaubt haben. Das Thema „Revenge“ – also Vergeltung, zieht sich wie ein roter Faden durchs Mixtape. Nicht überraschend, wenn man die Geschichte des Rappers kennt. Bis zu seinem Durchbruch ist er so ziemlich überall rausgeflogen: aus der Schule, von zu Hause und bei allen seinen Jobs. Darauf spielt auch der Titel des Mixtapes an. Der „Spaceman“ als Symbol für den Außenseiter.

Octavian "Type"

COSMO | 13.09.2018 | 01:29 Min.

Der Sound von Southwark

Mit der Auswahl seiner Gäste auf „Spaceman“ ist Octavian ganz in Südlondon geblieben. Ein Feature-Angebot von Drake soll er sogar abgelehnt haben. Der Newcomer will jetzt erstmal sich und seine Crew richtig positionieren. Neue Talente aus seiner Hood dem Londoner Bezirk Southwark. Die meisten aus dem Umfeld von seiner Essie Gang, wie zum Beispiel der MC A2 oder Swift.

Octavian "Sound"

COSMO | 13.09.2018 | 01:38 Min.


Das Spannende an diesem Mixtape ist, dass man nie genau weiß wo die Reise als nächstes hin geht. Es kann passieren, dass der Vibe in einem Song von wabernden Synthies plötzlich zu pumpenden Warehouse-Grooves switcht. Melancholie und Euphorie, Introspektion und Angeberei, das alles liegt ganz nah beieinander auf „Spaceman“.

Stand: 13.09.2018, 17:30