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"Loud – The History of Reggaetón"

"Loud – The History of Reggaetón"

LOUD – Die Geschichte von Reggaetón als Podcast

Stand: 19.08.2021, 13:00 Uhr

Von einem Partyhype der 90er Jahre zur wichtigsten Musikrichtung Lateinamerikas im 21. Jahrhundert: "LOUD – The History of Reggaetón" ist ein neuer Podcast, der diese Geschichte nachverfolgt.

Von Viktor Coco

Ivy Queen am Mikrophon

Moderiert ist der von Spotify produzierte Podcast LOUD von der 49-jährigen Ivy Queen. Sie ist eine Sängerin aus Puerto Rico, die zwar selbst nicht viele Hits landete, aber in der Szene absolut als Pionierin und Reggaetón-Königin angesehen wird. Im Podcast spricht sie "Spanglish", also nicht zu komplexes Englisch mit ein paar spanischen Einflüssen, wie es die Latino-Community in den USA nutzt.

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Zu Wort kommen auch absolute Big Names: Latin-Hiphop-Legende DJ Tony Touch oder später Reggaetón-Popstar Maluma. Und dann unbekannte Wegbereiter des Genres wie Reggae Sam, der einst in den 80ern in Panama als einer der ersten Reggae Riddims auf Spanisch besungen hat.

Aufwendige Produktion von einem gender-equal Team

Über die musikkulturelle Entwicklung hinaus geht es um Migration, Rassismus, soziale Brennpunkte und Sexualität. Das ganze verpackt der Podcast in ein leicht zu folgendes Storytelling im Stile von "Es war einmal…ein Beat in der Karibik". Die Erzählung von Ivy Queen wird aufgelockert von kurzen Musik-Beispielen oder man hört atmosphärische Klanglandschaften wie ein startendes Flugzeug, eine Partycrowd oder ein knackendes Kassettendeck. Definitiv ein aufwendig produzierter und dabei hervorragend recherchierter Podcast, mit eigenem Soundtrack und hochkarätigen Sprecher'innen. Dahinter steht ein gender-equal ‒also geschlechtsparitätisches‒ Produktionsteam aus den USA und der Karibik.

Aus Panama über New York nach Puerto Rico und Kolumbien

Am Mittwoch ist die dritte Folge erschienen und LOUD schlägt jetzt bereits Wellen: Die New York Times und Rolling Stone haben berichtet und in den Charts der Musik-Podcasts in den USA hat LOUD direkt Platz eins erobert. Zehn Folgen wird es geben, die Reggaetón als einzigartigen Hybrid aus lateinamerikanischer und US-amerikanischer Kultur erklären – vom Ursprung in Panama bis zum Kontakt mit HipHop in New York – oder wie Ivy Queen diese musikalische Weltkulturgeschichte zusammenfasst: "A Dancehall en español scene, that started in Panama. A Hiphop en español scene that was killing it in Puerto Rico. Black Sounds with roots from the English-speaking world, now available en español. New York made that connection happen. But the next phase of Reggaetón history, that happened in Puerto Rico."