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King Jammy presents: Dennis Brown "Tracks Of Life"

Review

King Jammy presents: Dennis Brown "Tracks Of Life"

Bob Marley war der King of Reggae, Dennis Brown der Kronprinz. Jetzt ist ein neues Album von dem 1999 verstorbenen Reggae-Star erschienen: "Tracks Of Life" ist eine Mischung aus Tribute- und Remix-Album. Brown singt darauf Duette mit jungen Reggae-Künstlern wie Damian Marley, Alborosie oder Busy Signal.

Dennis Brown war in Jamaika zeitweise größer als Bob Marley, und auch der King selber lobte ihn als einen seiner Lieblingssänger. Denn Dennis Emmanuel Brown hatte diesen samtweichen Tenor, der sofort für Gänsehaut sorgt. 1957 ist er in Kingston zur Welt gekommen, und schon als 9-Jähriger begeisterte er das Publikum mit seinem Gesang so sehr, dass sie Geldscheine auf die Bühne geworfen haben.

In den 70ern entwickelte sich der Kinderstar zu einem der größten Reggae-Sänger aller Zeiten, Liebeslieder wie „Money In My Pocket“ stürmten die britischen Charts, kämpferische Lieder wie „Revolution“ sind zu zeitlosen Hymnen gegen Unterdrückung geworden.

Diese Dennis Brown-Klassiker wurden schon oft geremixt und gecovert, auf „Tracks Of Life“ ertönen deswegen die nicht ganz großen Gassenhauer, trotzdem sind die Stücke genauso mitreißend. Grundlage waren Aufnahmen aus den 80ern, als Brown angefangen hat mit Lloyd James aka King Jammy zu arbeiten, einem Pionier der damals noch jungen Dancehall-Musik.

King Jammy ist berühmt geworden mit frühen digitalen Riddims, programmiert auf alten Casiokeyboards, doch „Tracks Of Life“ klingt meistens ziemlich organisch. Denn einige der Original-Aufnahmen sind aus dem Album „Slow Down“ von 1985, das wurde von King Jammy produziert, mit Hilfe von Topmusikern wie Sly Dunbar am Schlagzeug oder Dean Fraser am Saxofon. So klingen die meisten Songs nach sinnlich-groovenden, live gespielten Rub-A-Dub. Und  die Gastauftritte befördern das Ganze ins Jahr 2018.

Mit dabei ist unter anderem Damian Marley, der in „Can’t Keep“ den smoothen Gesang von Brown mit flotten Deejay-Styles und einem zweiten Refrain ergänzt. Ein weiteres Highlight ist „Back To Africa“, mit dem Spoken Word Poeten DYCR und Dennis Browns altem Weggefährten Tristan Palmer. Dem grünen Kraut huldigt er auf „High Grade Morning“ mit Roots-Reggae-Erneuerer Protoje“ und sein Ladies-Tune „The Genie Rub A Dub“ wird mit einem Part von Dancehall-Star Busy Signal Club-tauglich gemacht. Als Großes Finale gibt es ein Medley aus Dennis Browns “Dancer Of The Night”, gemixt mit Dawn Penns Klassiker „No No No“.

King Jammy hat auf „Tracks Of Life“ mit behutsamem Remastering den Klassikern von Dennis Brown neues Leben eingehaucht, die Parts von Sängern wie Romain Virgo oder Jesse Royal werden eine neue Generation von Hörern an das Werk eines der wichtigsten Künstler Jamaikas heranführen.

Stand: 21.09.2018, 15:20