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Khalab "Black Noise 2084“

 Khalab "Black Noise 2084“

Reviews

Khalab "Black Noise 2084“

Von Christian Werthschulte

Khalab, Produzent und DJ aus Rom, diggt afrikanische Musikgeschichte. Auf seinem Album „Black Noise 2084“ trifft dieses Geschichtsbewusstsein auf Afrofuturismus.

Afrikanische Musikgeschichte trifft Science Fiction

Khalab, Produzent und DJ aus Rom, diggt afrikanische Musikgeschichte. Auf seinem Album "Black Noise 2084" trifft dieses Geschichtsbewusstsein auf Afrofuturismus. Ein elektronischer Afrobeat-Rhythmus trifft auf die Trompete von Shabaka Hutchings aus London und die Jazz-Drums von Tommaso Capellato aus Italien. Khalab greift verschiedene afrikanische und diasporische Musiktraditionen auf und verbindet sie mit unterschiedlichen elektronischen Rhythmen. Teilweise verwendet er dafür Field Recordings, er hat aber auch viele Gastmusiker dabei: den Kora-Pionier Gabin Dabiré aus Burkina Faso etwa, aber auch das lokale Popwunderkind Prince Buju aus der ghanaischen Hauptstadt Accra.

Tradition im Club

In Rom ist Khalab Teil einer kleinen Szene. Er hat eine Partyreihe namens "Afrodisia" veranstaltet und er ist mit ClapClap!, dem anderen bekannten Afro-Electro-Producer Italiens, befreundet. Auf "Cannavaro" samplen die beiden verzerrte Daumenklaviere, darunter mischen sie ein paar Bässe und darüber legen sie dann Field Recordings aus dem Archiv des königlichen Museums für Zentralafrika in Brüssel. Das ist eine der großen Stärken von "Black Noise 2084". Khalb transformiert traditionelle afrikanische Sounds so, dass man sie in jedem DJ-Set spielen könnte.

Emanzipatorischer Zukunftssound

Durch die gesamte Länge von "Black Noise 2084" ziehen sich Science-Fiction-Elemente. Am deutlichsten zeigen sie sich im Titelstück "Black Noise", am Mikrofon Tenesha the Wordsmith. Sie zeichnet eine Zukunft, in der sich Schwarze Menschen endgültig emanzipiert haben – von der klassischen Sklaverei, aber auch vom modernen Statusdenken – Stichwort Bling, Autos und Hennessy. Und diese Zukunft zeichnet sich dadurch aus, dass die afrikanische Musik in all ihrer Vielfalt wahrgenommen wird. "Black Noise 2084" liefert die akustische Vision dazu.

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Stand: 19.07.2018, 12:00