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Vegetarier in der Musikszene

Ein Gesicht aus Gemüse mit dem Schriftzug "Just Music".

Just Music

Vegetarier in der Musikszene

Von Joachim Deicke

Schon seit Jahrzehnten werben etliche Musikstars für den Fleischverzicht. Joachim Deicke bringt in seiner Musikkolumne ein paar der berühmten Vegetarier aus Rock und Pop zusammen.

Vegetarier in der Musikszene

COSMO 13.04.2019 03:25 Min. COSMO

The Smiths - Meat is Murder 

"Der Geschmack, den Du gerade genießt: Es ist der Geschmack von Mord!" ätzte Morrissey von "The Smiths" in "Meat is Murder". Die wirklich engagierten Vegetarier sind nicht zimperlich, wenn es darum geht, den Fleischessern den Appetit zu verderben.

Boogie Down Productions - Beef

"KRS One" rappt lakonisch, dass amerikanische Rinder mit bis zu 21 verschiedenen Drogen gefüttert werden — für schnelleres Wachstum, besseres Fleisch, gegen Stress, Krankheiten: Chemie, die nachher in jedem Steak, in jedem Burger steckt. Das ist alles kein Geheimnis. Und dass sich auch Musiker für Fleischverzicht einsetzen, ist ein alter Hut.

Melanie - I Don't Eat Animals

Melanie war vor 50 Jahren, beim Woodstock-Festival, eine echte Hippie-Entdeckung. Schon damals sang sie "I don't eat animals" — und viele fanden das "irgendwie gut", richtig, anerkennenswert, vernünftig. Aber viele Nachahmer hatte sie nicht. "Wenn Schlachthöfe Wände aus Glas hätten, dann würden alle Menschen Vegetarier werden",  soll Paul McCartney mal gesagt haben.

Paul McCartney - Looking For Changes

Katzen mit Elektroden im Kopf; Affen, die Tabak-Rauch einatmen müssen: Auch der nette Ex-Beatle Paul McCartney hat längst gemerkt, dass mit Ponyhof-Aufklärung gar nichts bewegt wird. Was unseren Umgang mit Tieren betrifft, haben wir es zur Perfektion im Weg-Gucken gebracht.

Howard Jones - Assault And Battery

"Brutaler Mord, Gemetzel, Massenfolterung!" Synthiepop-Star Howard Jones ist auch einer der vielen Vegetarier im Musikgeschäft. Und ganz nüchtern betrachtet: Leute wie er haben in allen Punkten recht. Sie leben gesünder; sie sind nicht Schuld am Leid und Tod von Millionen Tieren. Und jetzt kommt die Erkenntnis dazu: Die Menschheit kann nur noch satt werden, wenn möglichst viele auf Fleisch verzichten.

Captain Sensible - Wot! No Meat?

Wir haben uns an Fleisch gewöhnt. Und entwöhnen ist schwer! Aber schon jetzt werden mehr als 80 Prozent der Anbauflächen auf dem Globus für Tiermästung genutzt. Tierhaltung erzeugt genauso viel schädliche Emissionen wie Autos, Schiffe und Flugzeuge zusammen. Landschaften werden zerstört, Wasservorräte verbraucht. Alles nur, um unseren Fleischhunger zu stillen.

Macka B - Wha Me Eat (Remix)

Rastas wie "Macka B." sind geradezu begeistert, vegetarisch — oder sogar vegan — zu leben. Und wer es gar nicht lassen kann: Weniger Fleisch wäre auch schon ein Gewinn: Es müssen nicht die 70 bis über 100 Kilo sein, die wir Europäer jährlich verdrücken. Die Damen und Herren Musiker dürfen ruhig mehr ihrer fleischlosen Songs machen: Vielleicht bringt es ja den einen oder die andere doch noch zum Nachdenken.

Prince - Animal Kingdom

Stand: 12.04.2019, 15:15