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2019 - Ein verrückter Jahresausblick

Abba

Just Music

2019 - Ein verrückter Jahresausblick

Das Jahr 2018 ist vorbei. Den ganzen Ballast der Vergangenheit können wir abwerfen und einfach unbeschwert und optimistisch in die Zukunft blicken. Zumindest musikalisch. Joachim Deicke hat sich in der heutigen Musikkolumne mal Gedanken darüber gemacht, was passieren wird - und was passieren kann.

2019 - Die unmögliche Vorschau

COSMO | 05.01.2019 | 03:27 Min.

Rihanna - Hate That I Love You

Klar: Man darf 2019 gespannt sein auf das neunte Studio-Album von Rihanna. Und auf was Neues von Madonna. Und Adele. Und Lana Del Rey. Alle haben sich für 2019 angekündigt. Und noch etliche andere stehen auf der Liste. Große Namen. Und Stars, von denen man schon lange nichts mehr gehört hat. Manchmal schon sehr lange.

Abba - Mamma Mia

Ja, womöglich kommt da tatsächlich irgendwas Neues von Abba. Und wenn die vier Schweden es schaffen, sich selber holografisch auf die Bühne zu bringen - so jung wie sie 1975 mal waren - dann wird sogar die Tagesschau davon berichten. Nur: Zukunftsweisend ist das nicht - ganz im Gegenteil.

Los Unidades & Pharrell Williams - E-Lo

Es mag 2019 ein neues Album von Coldplay geben und eine "Around the World"-Tour der Backstreet Boys. Aber das werden nicht die Momente sein, die unsere Musik verändern. Das, was Musik ausmacht, kommt entweder so langsam und schleichend, dass man es kaum merkt. Oder aber es passiert plötzlich, unerwartet und schnell.

New Musik - Warp

Forscher haben ermittelt, dass die Pop-Musik der letzten 15 Jahre immer trauriger, immer öfter in Moll-Tonarten daherkommt. Und wer genau hinhört wird feststellen, dass kaum noch ein Gitarren- oder Keyboard-Solo stattfindet. Als Ikone einer Jugendbewegung hat die Gitarre sowieso ausgedient - auch wenn im Hintergrund noch brav gezupft und geschrammelt wird.

Ed Sheeran - Happier

Ed Sheeran ist immer gut, aber er ist auch sowas von 'Old School': Seine Songs wären auch vor einem halben Jahrhundert gut angekommen. Er ist nachdenklich, aber nicht wütend, obwohl doch momentan jeder eine unglaubliche Wut im Bauch hat. Früher mal waren Rock und Beat und Punk und Funk Ausdruck und Katalysator solcher Wut.

Ruts - Babylon is Burning

Wir sind mitten in einer Zeitenwende: Politisch. Ökologisch. Religiös. Technologisch. Miteinander. "Gutmensch" und "Weltverbesserer" sind zu Schimpfworten mutiert. Jeder muss aufpassen, was er sagt. Altstars wie Joan Baez, Udo Lindenberg und Barbra Streisand reißen zwar immer noch die Klappe auf, warnen, schimpfen, wettern gegen Nazis, Lügner und Rassismus. Aber echte "Influencer" sind sie nicht mehr.

Neil Young - Let's Impeach the President

Damals war es Präsident Bush, den Neil Young aus dem Amt klagen wollte. Heute lautet die Devise der meisten Stars: "Bloß nicht politisch werden!" Aber die Wut, der Frust, die Unruhe wachsen weiter - auf allen Seiten. Da schiebt sich langsam eine Lawine zusammen.  Ob mir - oder uns - das gefällt, was da kommen wird, ist eine ganz andere Frage. Aber es wird kommen - wenn nicht in diesem Jahr, dann eben im nächsten.

David Bowie - Golden Years (Ende)

Stand: 04.01.2019, 16:56