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Arlo Parks – Weightless

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Stand: 20.01.2023, 18:00 Uhr

Arlo Parks lässt uns wieder an ihren persönlichen Geschichten teilhaben, Acid Arab begeben sich auf die Suche nach "Leila" und Wa22ermann ist im "Bienennest" Berlin unterwegs – das sind unsere fünf Songs der Woche!

Arlo Parks – Weightless

Wenn Arlo Parks ein Album veröffentlicht, verspricht das immer eine sehr persönliche Erfahrung zu werden. Das wird bei der neuen Platte, die die Londonerin jetzt angekündigt hat, keine Ausnahme sein. "Dieses Album ist das Leben durch meine Linse, meinen Körper – die Mittzwanziger-Anxiety, der Drogenmissbrauch meiner Freund:innen, die Eingeweide der ersten Liebe", sagt Arlo selbst über die Platte. Bis "My Soft Machine" am 26. Mai erscheint, ist es zwar noch ein bisschen hin, dennoch bekommen wir mit "Weightless" jetzt schon mal einen ersten Vorgeschmack auf das zweite Album von Arlo. Darin geht es um eine nicht erwiderte Liebe: Wenn dein Gegenüber nicht mal das Minimum gibt und dich einfach verhungern lässt. Der persönliche Tipp von Arlo: Mit viel Selbstliebe aus der Abhängigkeit rauskommen.

Acid Arab feat. Sofiane Saidi – Leila

Bei Acid Arab stehen alle Zeichen auf Albumveröffentlichung: Die Elektro-Combo aus Paris steht mit "٣", gesprochen "Trois", in den Startlöchern, das schon mit den beiden Tracks "Ya Mahla" und "Halim Guelil" angekündigt wurde. Jetzt kommt "Leila" dazu – und mit westalgerischen Raï-Tunes von Sofiane Saidi hat das Producer-Kollektiv um die Pariser Guido Minisky und Hervé Carvalho nicht nur was Passendes für die Tanzfläche gezaubert, sondern liefert auch eine ungewöhnliche Liebesgeschichte mit. Es geht um die mysteriöse Leila aus Algerien, die dem Hauptprotagonisten auf einem Trip den Kopf verdreht. Er sucht sie über Dächern der Banlieue, während er ausgelassen mit seinen Freunden tanzt und landet am Ende in einem verrauchten Club. Doch auch dort bleibt die Frage: Wer ist Leila?

Wa22ermann – Bienennest

Wa22ermann nimmt uns mit ins Nachtleben von Berlin. Zwischen Strobolicht und kühlen Drinks tanzt die Kreuzbergerin im "Bienennest" Berlin und liefert ein fast schon düsteres Feiermanifest der Partyhauptstadt. Was dabei alles so passieren kann und konsumiert wird, zeigt die Klo-Cam, wenn sich Freund:innen streiten, finden, gekotzt und gezogen wird. Dabei beschränkt sich Wa22ermann nicht nur auf 808s und Rap, sondern schlägt dabei auch die Brücke auf die Tanzflächen der Berliner Technoclubs. "Danke an alle Raver für euren Support", schreibt Wa22ermann auf Youtube. Passend zum Lifestyle ist auch der Titel der neuen EP: "07:30" erscheint am 16. Februar – um 22 Uhr, um genau zu sein.

DTF – G.A.G

PNL bekommen in ihrer französischen Heimat ernstzunehmende Konkurrenz: DTF steht für "Dans Ta Face", auf Deutsch "in dein Gesicht", und kommen aus Cité Gagarine. Gleich wie PNL setzen die beiden auf Cloud Rap, was nicht von ungefähr kommt. Denn DTF und PNL sind nicht nur klanglich verwandt, sondern auch im echten Leben. PNL sind nämlich die Cousins von Rapper Karim, die alle zusammen groß geworden sind und schon früh angefangen haben, Rap zu machen. Deshalb waren DTF auch auf dem Studioalbum "Le Monde Chico" zu hören. Wenige Jahre später kam dann mit "Le H avant le B" auch der Durchbruch für DTF. Jetzt steht das neue Album "Karma" an, das im Februar erscheinen wird und mit "G.A.G" schon den ersten frühen Kandidaten für einen Sommertrack liefert.

Raja Meziane – FOUG 30

Schon zu Beginn ihrer Karriere im Jahr 2013 wusste Raja Meziane, was sie mit ihrer Musik transportieren  will. Songs wie "Revolution" waren als Protest gegen das algerische Regime nicht vermarktbar. Raja blieb die Künstlerin, die keiner signen wollte. Zwischenzeitlich konzentrierte sich die Algerierin auf ihr Jura-Studium – doch weigerte man sich ihr unkommentiert ein Anwaltszertifikat auszustellen. Sie verließ das Land und kam zurück zur Musik. Der Protest ist immer noch geblieben, Raja hat sich nicht kaufen lassen und wird jetzt endlich als Sängerin gehört. "Ich habe meine Mutter verlassen und das Land, das ich über alles liebte. Ich musste gehen, um die Freiheit zu atmen, um zu arbeiten", sagt Raja. Auch in "FOUG 30" berichtet die Aktivistin von Prag aus über ihr Leben und die Zustände in ihrer Heimat.