Rashid feat. Liniker – Ver Em Cores

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Stand: 25.11.2022, 18:00 Uhr

Rashid und Liniker schenken uns warme Umarmungen, Keke betreibt Psychoanalyse anhand ihrer "DMs" und Lucas Santtana und Flavia Coelho ziehen durch Paris und kleben humorvolle Botschaften an die Häuserwände – das sind unsere 5 Songs der Woche!

Rashid feat. Liniker – Ver Em Cores

Rashid und Liniker blicken mit ihrer gemeinsamen Single nach vorne und zurück: Was uns in Zeiten der Pandemie fehlte, war der Kontakt zu anderen Menschen. Aber die Zeit vom weltweiten Lockdown und Einschränkungen neigt sich allmählich dem Ende. "'Vem Em Cores' repräsentiert die Morgendämmerung. Den Start eines neuen Tages, den ich als Metapher für die Zeit nach der Pandemie interpretiere", sagt der Rapper aus São Paulo. Wie sich jetzt wieder alle in den Armen liegen, zeigt auch das dazugehörige Video, in dem neben kuschelnden Menschen auch die beiden Artists voller Hoffnung und Wärme zu sehen sind. "Ver Em Cores" ist auf dem audiovisuellen Album "Movimento Rápido dos Olhos" vom Rashid zu hören, das Mitte November erschienen ist.     

KeKe – DMs

KeKe geht unter die Wahrsagerinnen und checkt deine Persönlichkeit anhand deiner DMs. Darum geht es zumindest in dem gleichnamigen Track, der auf KeKes neuer EP "Just For Fun" zu hören ist. Allerdings wird hier keine ernsthafte Psychoanalyse betrieben, sondern eher gegen Fuckboys mit großen Egos geschossen, die versuchen bei der Österreicherin zu landen. Auf "Just For Fun" nimmt KeKe kein Blatt vor den Mund, reflektiert sich selbst, rappt über Body-Positivity oder auch mal darüber, wie Mental Health dieser Tage als Trend-Thema in der Popkultur abgehandelt wird. Dabei ging es ihr aber vor allem darum, persönliche Geschichten zu erzählen und mit den Hörenden zu connecten. Sie zeigt sich selbstbewusst, macht sich aber auch gleichzeitig angreifbar.     

Lucas Santtana & Flavia Coelho – Muita Pose, Pouca Yoga

Ausgestattet mit Eimer und Pinsel in der Hand streifen Lucas Santtana und Flavia Coelho durch Paris. Ihre Mission: Plakate mit humorvollen und politischen Botschaften an die Häuser kleben. Dabei stammen die Worte auf Papier und in den Lyrics von einem Filmemacher aus Salvador de Bahia, der eben jene schon dort im Stadtbild verteilt hat. Mit "Muita Poca, Pouca Yoga" nehmen Lucas und Flavia aber vor allem Menschen aufs Korn, die auf Instagram fragwürdige Yogamoves machen: "Viel Pose, wenig Yoga!". Gleichzeitig ist der Track auch eine Ankündigung auf das neue Album von Santtana, das im Januar erscheinen soll. Entstanden ist es während der Pandemie und hört ironischerweise auf den Titel "O Paraiso", das Paradies. Denn das Paradies ist im Hier und Jetzt, sagt der Brasilianer.

MadGal – Zan Zendegi Azadi

"Ich hatte nie das Recht, ein Mikrofon in die Hand zu nehmen und in meinem eigenen Land zu singen. Ich habe Opfer gebracht und alles, was ich kannte, zurückgelassen, um Freiheit und Glück zu finden", schreibt MadGal unter dem Video zu ihrem Track "Zan Zendegi Azadi", was übersetzt "Frau, Leben, Freiheit" heißt und einer der Kampfsprüche der Proteste in Iran ist. Es ist ein Song, mit dem sie sich mit den Frauen dort solidarisiert. Sie selbst lebt nämlich mittlerweile in Toronto, hat in ihrer Heimat aber Popstar-Status. "Ich bin in Angst aufgewachsen, aber jetzt hat die ganze Welt meine Stimme gehört", singt MadGal, während sie mit ihrem Mikrofon bewaffnet vor einem weißen Vorhang steht. Noch mehr Klang des Protests hört ihr übrigens auf unserem COSMO-Channel "Zan Zendegi Azadî – Frau Leben Freiheit – Jin Jiyan Azadî", den wir jede Woche für euch mit neuen Songs für mehr weibliche Selbstbestimmung bestücken.

Sho Madjozi feat. DDG – Toro

Was passiert, wenn das Dance-Battle völlig eskaliert, zeigt das neue Video "Togo" von Sho Madjozi, für das sie sich mit dem US-amerikanischen Rapper DDG zusammengetan hat. Erst marschiert die Sängerin aus Südafrika mit ihre Girls auf, um die verfeindete Clique mit ihren Moves herauszufordern. Mit einer Kopfnuss eskaliert dann alles – während im Hintergrund Amapiano-Tunes tönen. Die Message geht aber noch ein bisschen tiefer, denn es geht nicht nur um Tanz, sondern auch um die Komplexität von menschlichen Beziehungen. "'Toro' ist die Kurzform von 'Mtoroki', was Ausbrecher:in bedeutet. Ich bin schon bei vielen Managern oder Lovern ausgebrochen und am Ende war ich immer ich." Die Story geht noch weiter, denn "Toro" ist nur der erste Teil.