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Fatoumata Diawara feat. Damon Albarn – Nsera

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Stand: 18.11.2022, 18:00 Uhr

Fatoumata Diawara reist ins afrofuturistische Mali, Stefflon Don erobert das Strobolicht und Kady zelebriert "Tamina", die gegen soziale Ungerechtigkeit kämpfte – das sind unsere 5 Songs der Woche!

Fatoumata Diawara feat. Damon Albarn – Nsera

"Ich habe eine Reise in mein Heimatland Mali gemacht und bin mit Freudenschreien begrüßt worden", sagt Fatoumata Diawara über ihren neuen Track "Nsera". Das passt, denn der Titel heißt übersetzt Reiseziel in ihrer Muttersprache Bambara. Auch musikalisch klingt "Nsera" nach einem riesigen Freudenschrei made by Damon Albarn: Synthie-Pop, Highlife-Gitarren-Sounds und treibende Basspatterns strahlen genauso viel Lebensfreude aus, wie das dazugehörige Video, mit dem Fatoumata eine afrofuturistische Vision von Mali liefert. Es wird Ballett getanzt, geliebt und traditionelle Performances in den Straßen aufgeführt. "Afrika hat dem Rest der Welt so viel zu bieten – in Sachen menschlicher Beziehungen, Gastfreundschaft und Großzügigkeit", sagt Fatoumata. "Ich bin zuhause und sie sagen, es gibt keinen besseren Ort als zuhause!"

Stefflon Don – The One

Straight auf den Dancefloor mit Stefflon Don! Die UK-Sängerin macht es Beyoncé und Drake gleich und zielt mit ihrem neuen Track "The One" auf den Bereich Dance ab, der standesgemäß mit Einflüssen aus Afrobeats durchmischt wird. Dazu gibt es ein Video mit viel Glitz und Strobolicht, während Stefflon davon singt, wie sie eventuell ihre große Liebe gefunden hat. Aktuell warten die Fans noch auf das Debütalbum der Britin mit Roots Jamaika, das sie für Ende des Jahres angekündigt hatte. Für die Entstehung von "Island 54" hat sie sich zwei Jahre Zeit genommen. "Ich habe sehr viel Zeit damit verbracht und mich gefragt: Was liebe ich wirklich? Was lieben meine Familie und Freunde?", erklärt sie. So ist das Album nach Eigenaussage das beste Projekt geworden, das sie je gemacht hat. Wir sind gespannt!

Kady – Tamina @ Colors

Vor blauer Wand betritt Kady das silberne Mikrofon, das von der Decke hängt. Performt wird beim legendären Online-Format Colors "Tamina", ein Track von ihrer neuen EP "Lumenara". "Tamina" war eine Frau, die der Legende nach niemals Angst hatte und in ärmeren Vierteln gegen soziale Ungerechtigkeit kämpfte. Wie man bei der Sängerin von den Kapverden erwarten kann, wird hier vor allem auf Percussions und treibende Basslines gesetzt, über die sich die melodisch-softe Stimme von Kady legt. Das alles ergibt eine Art Modern Morna, die auf dem Inselarchipel mit ihrer Melancholie den Takt angibt. Kady ist auf Santiago in der Hauptstadt Praia aufgewachsen. Ihre Mutter ist Terezinha Araújo, die die Combo Simentera mitgegründet hat – Musik liegt ihr also im Blut. Der Karriereboost kam aber durch die Zusammenarbeit mit Dino D'Santiago, der auch auf der neuen EP "Lumenara" drauf ist.

Tiken Jah Fakoly – Religion

Vor 30 Jahren hat Tiken Jah Fakoly sein erstes Album veröffentlicht, jetzt erweitert er seine Diskographie um ein weiteres: "Braquage de pouvoir" widmet sich auch weiterhin den Problemen des afrikanischen Kontinents. Dennoch versucht der Malier mit Roots in Elfenbeinküste in harten Zeiten auch optimistisch zu bleiben. Und womit würde das besser gehen, als mit einem Reggae-Riddim? "Religion" prangert jene an, die aufgrund ihres Glaubens töten: "Religion should be good, Religion can be crazy", bringt die Message dabei auf den Punkt. Tiken selbst wurde muslimisch erzogen, für ihn bedeutet Religion eigentlich Liebe und Zusammenhalt. Dass es dennoch Leute gibt, die aufgrund ihrer religiösen Interessen töten, trifft ihn schwer. "Ich musste mich zu dem Thema äußern, auch wenn es sensibel ist. Ich habe Künstler gebeten mich zu begleiten, viele waren höflich und fragten nach einem anderen Feature. Andere waren ehrlich und wollten das Risiko nicht eingehen."

Negisa – Closer

Mit Negisas Debüt "Closer" tauchen wir in eine cineastische Dystopie ein, die von weiblicher Emanzipation und Wiedergeburt erzählt. Das 3D-animierte Video zeigt Sängerin Negisa und zwei weiblich gelesene Figuren, die zwischen Anziehung und Distanz schwanken. Elektronischer Sound – gepitcht, verzerrt und gechopt – bildet dazu einen mysteriösen Klangteppich, der durch die melancholisch-warme Stimme der Kölnerin ergänzt wird. "Closer" ist der erste Track ihrer EP "SOMA", die im Frühjahr erscheinen soll. Darauf widmet sich Negisa den Themen Psyche, Körperlichkeit und Genderrollen – es werden Emotionen zelebriert und stereotype Rollenklischees gebrochen.