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Sudan Archives – Selfish Soul

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Stand: 20.05.2022, 14:24 Uhr

Sudan Archives singt über die Schönheit der Afro-Haare, Adekunle Gold und Ty Dolla $ign drehen ein Video im Paradies und Moonchild Sanelly und Trillary Banks sind gleichzeitig süß und powerful – das sind unsere fünf Songs der Woche!

Sudan Archives – Selfish Soul

Eine Ode an den Afro – das liefert Sudan Archives mit ihrem neuen Track "Selfish Soul". "If I wear it straight will they like me more? Like those girls on front covers?", ist eine der Fragen, die die Sängerin aus Los Angeles gleich zu Anfang stellt. Inspiration für den Song liefert "I Am Not My Hair" von India Arie, in dem es darum geht, wie sie Extensions trägt oder die Haare glättet und feststellt, dass das überhaupt nicht sie ist. Die Message lautet auch bei Sudan Archives: Schönheit hat viele Seiten und ist ziemlich bunt. Das trifft auch auf das Video zu "Selfish Soul" zu, in dem Sudan mit ihren Freund:innen ausgelassen in Schlammpfützen tanzt und verschiedene Haar-Styles ausprobiert – oder aber kopfüber an der Stripper Pole ihre Signature-Geige spielt.  

Adekunle Gold feat. Ty Dolla $ign – One Woman

Mit "One Woman" liefern Adekunle Gold und Ty Dollar $ign paradiesische Aussichten. Das Video wurde im Flamingo Estate in Los Angeles gedreht, einem Haus mit traumhaften Garten im marokkanischen Stil, das einst als Kulisse für Schmuddelfilmchen diente. Die Zusammenkunft zwischen dem Highlife- und Afrobeats-Superstar aus Nigeria und Melodien-Garanten aus den USA war bereits auf Adekunles Album "Catch Me If You Can" drauf, das im Februar erschienen ist. "One Woman" ist nach Eigenaussage während der Pandemie 2020 entstanden. Eine Zeit, in der Adekunle das Gefühl hatte, den Verstand zu verlieren. Daraufhin schrieb er den sinnlichen Track, für den er Ty Dolla $ign sogar beigebracht hat, auf Igbo und Pidgin zu singen. "Er war so wohlwollend und bereit zu lernen. Unsere Chemie stimmte sofort!"

Moonchild Sanelly feat. Trillary Banks – Cute

Zuletzt hatte sich Moonchild Sanelly auf "Strip Club" mit Ghetts einen großen Act aus UK an Land gezogen, mit dem sie die Arbeit von Stripperinnen zelebrierte. Jetzt schnappt sich die Südafrikanerin Trillary Banks aus Leicester, die Roots in Jamaika hat, und feiert Cuteness und Erfolg gleichermaßen. "Cute" handelt davon, dass Frauen zwar süß aussehen können, aber dennoch reichlich Power haben und auf den Tisch hauen können. "Es geht um Bad Boss Bitches mit Big Dick Energy, die gut aussehen, während sie ihre Sachen regeln", erklärt Sanelly selbst. Im Juni erscheint das neue Album "Phases", auf dem die exzentrische Sängerin uns ihren Future Ghetto Punk aus unterschiedlichsten Genres noch ein bisschen näher bringt und ankündigt, sie auch als Künstlerin noch besser kennenzulernen.

Santrofi – Alewa

Mit Santrofi hat sich eine neue Highlife-Combo zusammengefunden. Das Oktett besteht aus einer jungen Generation aus Musiker:innen aus Ghana, die zum Beispiel schon für den Azonto-Superstar Sarkodie gespielt haben. Die wahre Leidenschaft ist aber die Traditionsmusik des Landes, die sie mit deftigen Bläsern und Percussions abbilden, die wie direkt von den Straßen Accras klingen. Gegründet wurde die Combo von Bassist und Producer Emmanuel Ofori, der durch sein Spiel mit ghanaischen Riesen-Acts wie Ebo Taylor und Pat Thomas & The Kwashibu Area Band bekannt wurde. ,"Alewa" heißt nicht nur der neue Track, sondern auch das erste Album der Combo. Die Einflüsse darauf reichen von Highlife-70er-Sounds und Funk bis Polyrhythmik. Santrofi steht in der Mythologie der westafrikanischen Akan für einen besonderen, bunten Vogel mit vier Flügeln. Das passt auch zur Musik der Band, die sich mit ihren zahlreichen musikalischen Einflüssen so richtig entfalten kann.

Die P – Tsunami

Von Bonn nach Frankfurt – normalerweise representet Die P auf den Straßen der ehemaligen Hauptstadt. Für "Tsunami" verschlägt es die Rapperin aber diesmal in die Main-Metropole. Aber auch da macht sie das, was sie am besten kann: Roughe Lines auf knarrende Boom-Bap-Bretter spitten und die Welt an ihrem Hedonismus und Battle-Hunger teilhaben lassen. Den hat sich die Bonnerin mit Wurzeln in Angola über Jahre in der Cypher zulegt – damals griff sie zum Stift, inspiriert von Eminems Film "8 Mile". Aber erst 2017 erschienen die Parts von Die P auch auf einem Album. Das lag nach ihrer Aussage vor allem daran, dass sie keinen Bock hatte, sich zu vermarkten und einfach nur Musik machen wollte. Kurz und gut hört das letzte Projekt auf den Namen "Tape" und bekommt am 10. Juni mit dem zweiten Teil eine Erweiterung, auf der auch "Tsunami" drauf sein wird.