Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Céu – Chega Mais

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Céu träumt sich zurück in den Sommer, Marteria reist durch die Vergangenheit und Dino d'Santiago und Branko legen Kreol für den Dancefloor nach – das sind unsere fünf Songs der Woche!

Céu – Chega Mais

Céu tanzt sich durch die Nacht: In "Chega Mais" entfacht die Brasilianerin eine heiße Sommerromanze – zumindest träumt sie sich dahin, während sie den Putzlappen auf der Arbeit schwingt. Eine Stimmung, die wir bei sinkenden Temperaturen und ungemütlichem Wetter nur zu gut kennen. "Chega Mais" ist die erste Single von ihrem neuen Album "Um Gosto de sol", was übersetzt passenderweise "Ein Hauch von Sonnenschein" heißt. Auf der Platte wird sich Céu ausschließlich Musik-Covern widmen. Das Original von "Chega Mais" stammt zum Beispiel von Sängerin Rita Lee, die auch als Mitbegründerin von Os Mutantes bekannt ist und die brasilianische Musikszene vor allem während der Diktatur geprägt hat.

Marteria – 5. Dimension

Ein Album in einem Video zusammengefasst – oder zumindest repräsentiert Marteria seinen neuen Streich "5. Dimension" hier anhand seiner drei Tracks "Zug der Erkenntnis", "Traffic" und "Neonwest". Da kommt ganz schön viel zusammen – musikalisch und auch szenisch. "Zug der Erkenntnis" ist ein düsteres Manifest nächtlicher Streifzüge, mit passend musikalischer Untermalung von DJ Koze & The Krauts, während "Traffic" den Berliner Rapper zu einem illegalen Car-Battle im Sinne von "The Fast & The Furious" bringt. In "Neonwest" nimmt uns Marteria dann mit auf seinen ersten Trip nach Westberlin. Drei Stories, die die Vielfältigkeit von "5. Dimension" passend zusammenfassen. Ein Album für die Nacht eben.

Dino d'Santiago feat. Branko – Lokura

Dino d'Santiago und Branko haben eine große Gemeinsamkeit: Sie lieben die lusophone Musik. Der eine vermischt dabei vor allem die Tradition der Kapverden mit der Moderne, der andere schustert Dancefloor-Banger, die sich besonders auf erstere berufen. Dass dieses besonders gute Match jetzt erneut zusammenkommt, liegt also nahe. Dabei geht "Lokura" zwar gut nach vorne und schielt in Richtung Parkett, besticht aber vor allem durch seine natürliche Smoothness und warmen Sounds. Der Track ist eine Ode ans gute Leben. Und jetzt, wo die Ausgeh- und Feier-Situation wieder an Fahrt aufnimmt, lässt sich die neue Kost auch wieder vor größeren Crowds performen.

Pa Salieu feat. Aitch – Bad

Pa Salieu kommt in diesen Tagen nicht mehr zur Ruhe: Erst im letzten Jahr ist das Debütmixtape des UK-Rappers erschienen. Der Titel von eben jenem, "Send Them To Coventry", war nicht nur angelehnt an seine Heimat, die englische Industriestadt Coventry und den dortigen Straßenhustle, sondern auch ein Wink auf das englische Sprichwort. Wer nämlich nach Coventry geschickt wird, wird ignoriert. Gut, dass Pa Salieu davon nicht betroffen ist. Vor wenigen Monate kam die mit Amapiano infiltrierte EP "Afrikan Boy", jetzt widmet sich Pa wieder Afrobeats und Dancehall-Tunes. "Bad" ist erwartungsgemäß ein Track für den Dancefloor geworden – mit Unterstützung von Manchester-Rapper Aitch.

Simi – Woman

Unter #NobodyLikeWoman ruft Afrobeats-Star Simi dazu auf, dass Frauen aus der ganzen Welt ihre Erfahrungen teilen. Leider sind diese nicht immer schön, machnmal traurig. Aber auch Augen öffnende Momente sind dabei, die sie nur stärker gemacht haben. Es gehe darum, Unsicherheit zu überwinden und die Narrative zu ändern, schreibt Simi auf Instagram. Dazu gibt es auch einen passenden Track, "Woman", auf dem die Nigerianierin Afrobeats und Soul-Tunes mit ihrer soften Stimme und heavy Bläsern verschmelzen lässt. Mit avantgardistischen Kostümen und starken Choreos wird "Woman" so zu einem richtigen Manifest an die Weiblichkeit. Gleichzeitig droppt sie Referenzen an die Afrobeat-Ikone Fela Kuti, wenn sie sagt: "Water No Get Enemy" – und Frauen auch nicht!

Stand: 22.10.2021, 17:00