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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Ari Lennox – Pressure

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Ari Lennox ehrt ihre Soul- und R'n'B-Vorbilder, Pajel übernimmt Deutschrap und Dowdelin veröffentlichen eine Kreol-Weltreise – das sind unsere fünf Songs der Woche!

Ari Lennox – Pressure

Motown-Sound trifft 808s aus Atlanta – Ari Lennox setzt in "Pressure" auf klassisch und modern zugleich. Ein ziemlich guter Fit und Sound-Fingerprint, der aus der Feder von den Ocean Boys aus Atlanta stammt, bestehend aus R'n'B-Koryphäe Jermaine Dupri und seinen Kollaborateuren Bryan-Michael Cox und Johnta Austin. Natürlich leistet aber vor allem Ari selbst den Großteil dazu, dass die Nummer ihren unverkennbaren Vibe verpasst bekommt. Passend zum Sound erinnert sie im Video zu "Pressure" an große Soul- und Funk-Diven, die vor ihr kamen, darunter Diana Ross, The Supremes, Donna Summer und TLC. Zwei Jahre nach dem Debütalbum "Shea Butter Baby" wäre es für Ari, die bei Rapper J. Coles Label Dreamville gesignt ist, auch schon fast an der Zeit für den Nachfolger.

Pajel – 10 von 10

Auf über 16 Millionen Streams kommt Pajel seit der Veröffentlichung seiner Single "10 von 10". Ganz schön wuchtig, bedenkt man vor allem, dass der Track erst vor einem Monat rausgekommen ist. Deutschrap hat der Newcomer aus Neuss damit ziemlich fest im Griff. Attitüde und Straßensounds zwischen Spitterei und Melodik stellen selbst alteingesessene Vertreter:innen der Szene in den Schatten. Zugegeben: Ein bisschen Starthilfe gab's vorm großen Debüt in der Szene. Bevor "10 von 10" nämlich rauskam, war Pajel schon auf einem Feature mit Frankfurt's Finest Celo & Abdi zu hören. Aber auch im Alleingang wird geglänzt, die Klicks sprechen für sich. Die Reichweite sitzt, der Plattendeal auch und mit dem Flow kann man sich schon auf das freuen, was in Zukunft von Pajel kommt.

Dowdelin – Simé Love

Müsste man Dowdelin auf ein Genre beschränken, würde die Wahl wohl auf Future-Kreol fallen. Herbie Hancock, Outkast oder Flying Lotus sind die Referenzen, die die Combo aus Lyon angibt. Die experimentellen Elektro- und Synth-Sounds verbinden sie mit Elementen aus Kreol, Jazz, karibischen Drums und Carnival-Rhythmen aus Martinique oder Guadeloupe. Was nach einer ganzen Weltreise klingt, findet bei Dowdelin optimal zusammen. "Simé Love" ist der Beweis dafür, eine Laidback-Nummer, die gleichzeitig auch zum Tanzen einlädt, ohne dabei gleich alles in Flammen zu legen. Noch mehr künstlerische Leichtigkeit liefert da nur das dazugehörige Video in Collagen-Optik, das Vintage und Vulkanausbrüche mit ganz viel Liebe vereint.

Wax Tailor – Never Forget

Klanglich und visuell sind die Videos von Wax Tailor immer eine Erfahrung. Dieses Mal setzt der französische Sample-Searcher aufs Konzept Zeitreise – allerdings rückwärts. Und die geht los in einem Altenheim im Jahr 2020, dem "schlimmsten Jahr ever". Bei "Never Forget" arbeiten wir uns auf BoomBap und Jazz-Tunes über die Neunziger und Siebziger bis in die Vierzigerjahre und sehen dabei Retro-Soundanlagen und Geräte im heimischen Wohnzimmer, die das nostalgische Herz in die Höhe schlagen lassen. Dem Ganzen schwingt natürlich auch eine politische Komponente mit, wenn wir im Schwarz-Weiß-TV Bilder von Krieg sehen oder das Cover des "Time"-Magazins mit den damaligen Neuigkeiten. Zu hören ist "Never Forget" übrigens auf dem aktuellen Album von Wax Tailor, "The Shadow of Their Suns", das im Januar erschienen ist.

Chlöe - Have Mercy

Mit dem Support von Megastar Beyoncé auf der Habenseite könnte es für Chlöe in den letzten Jahren schlechter laufen. Die US-Sängerin hat gerade erst ihre Performance von „Have Mercy“ bei den VMAs in New York über die Bühne gebracht. So ganz ohne Eklat ist das allerdings nicht gelaufen, was bei dem Song zu erwarten war. In „Have Mercy“ verwandelt Chlöe nämlich Männer in Steinstatuen und hat dabei die beste Zeit mit ihren Girls - krasse Choreos und Twerkeinlagen inklusive. „Have Mercy“ ist die erste Solosingle von Chlöe, musikalisch ist sie schon mit ihrer Schwester Halle in Erscheinung getreten und hat erst im letzten Jahr das gemeinsame Album „Ungodly Hour“ veröffentlicht, für das es sogar eine Grammy-Nominierung gab. Mit ihren 23 Jahren hat sie aber auch schon eine beachtliche Schauspielkarriere hingelegt.

Stand: 17.09.2021, 17:00