Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Little Simz – Point And Kill

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Little Simz und Obongjayar zollen Nigeria Tribut, Eddy de Pretto und Yseult erinnern an Serge Gainsbourg und Jane Birkin und K.ZIA macht was sie will – das sind unsere fünf Songs der Woche!

Little Simz feat. Obongjayar – Point And Kill

"Sometimes I Might Be Introvert" – auf dem vierten Album von Little Simz zeigt sich die UK-Rapperin besonders nahbar. Denn darauf thematisiert sie ihre Persönlichkeit, die auch die Tatsache einschließt, dass sie auf der einen Seite selbstbewusste Lines darüber spittet, wie sie zur Übernahme der gesamten Rapszene ansetzt und hinter den Kulissen auf der anderen eher schüchtern und zurückhaltend ist. Aber es geht auch um heimatliche Wurzeln, die liegen nämlich im Fall von Little Simz in Nigeria. Für "Point And Kill" hat die Londonerin deshalb nicht nur Afrobeat-Bläser und Echoes im Stile von Fela Kuti ausgepackt, sondern auch ein Feature mit dem nigerianischen Sänger Obongjayar, der ebenso in London lebt. Für das Video mit 70s-Vibe sind die beiden sogar höchstpersönlich nach Naija gereist.

Eddy de Pretto feat. Yseult – Pause x Kiss

Gleich zwei neue Tracks gibt es von Eddy de Pretto und Yseult, eine Combo, die zwei der spannendsten Künstler*innen Frankreichs zusammenbringt. Yseult hat erst in diesem Jahr den renommierten Victoires de la Musique gewonnen und Eddy de Pretto steht für seine ganz eigene Hipster-Fusion aus Chanson und Rap abseits der Banlieues. "Pause" ist dabei eine sehr verträumte Nummer mit seichten Synths und Piano geworden, die die Weichheit der beiden Stimmen optimal zusammenbringt. Und auch "Kiss" verzaubert mit einem Hauch mehr Melancholie, dem soulige Drums ergänzt werden. Inspiration für die musikalische Liebschaft liefern die Sechzigerjahre Auftritte von Serge Gainsbourg und Jane Birkin, bei denen trotz Tumult vor allem eins im Fokus steht: Die Intimität zwischen zwei Menschen.

Curtis Harding – Can't Hide It

Mit Curtis Harding geht's in die Siebziger, in die Zeit, als die Bühne des Soul Train noch in regelmäßigen Abständen mit dem Soul-Fieber infiziert wurde. Passend dazu sind auch die Tunes, auch wenn diese aus dem Jahr 2021 stammen: Heavy Soul- und Funk-Arrangements prägen das Klangbild von "Can't Hide It". Das dazugehörige Album beschreibt Harding selbst als Blumenbukett. Der Titel "If Words Were Flowers" ist eine Anlehnung an ein Zitat seiner Mutter. Sie sagte einst zu Curtis: "Gib mir meine Blumen, solange ich noch hier bin." Oder auch: Wertschätze die Menschen um dich herum, solange sie unter uns weilen. Statt Blumen gibt's am 05. November dann aber ein ganzes Album, das den Moment feiert. Auch nicht schlecht!

K.ZIA – JFMB

R'n'B und Pop treffen auf Afrobeats und Lyrics auf Französisch – K.ZIA schöpft mit ihrem Repertoire die komplette Bandbreite ihrer Roots aus: Geboren wurde sie in Brüssel, der Vater stammt aus Martinique, die Mutter ist kongolesisch-belgisch und Teil der gefeierten Combo Zap Mama. "J'Fais Mes Bails" oder auch "JFMB" ist für die aufstrebende Künstlerin, die in Berlin lebt, ein Befreiungsschlag, für den sie ihr Alter-Ego auspackt: Sie selbst sagt, dass ZIA reflektierter, aber auch verführender ist. Im Track geht es darum, sein Leben so zu leben, wie man es sich wünscht und nicht darauf zu hören, was andere Leute denken oder sagen. K.ZIA kombiniert die empowernde Message mit einem artsy Video, das die Schönheit der Blackness und Kunst vereint.

Luedji Luna feat. Zudizilla – Ameixa

Luedjia Luna und Zudizilla haben eine ganz besondere Sache, die sie zusammenschweißt: Die brasilianischen Artists haben ein gemeinsames Kind, Dayo, das sie mit ihrem neuen Track zelebrieren. "Ameixa", was übersetzt "Pflaume" heißt, handelt vom Familienglück und -alltag des Rappers aus Rio Grande du Sol und der Sängerin aus Bahia, die in ihrer Musik vor allem persönliche Geschichten über Liebe erzählt, aber auch sozialkritische Themen wie Feminismus und Rassismus behandelt. "Ameixa" lässt die beiden die weltweiten Missstände zumindest kurzzeitig vergessen – sie zeigen sich versöhnlich mit ihrem einjährigen Kind auf dem Arm, das ihr Leben verändert hat. Das transportieren auch die leichten Tunes aus Música Popular Brasileira und afrobrasilianischen Rhythmen.

Stand: 10.09.2021, 17:00