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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Altın Gün - Kısasa kısas

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Altın Gün veröffentlichen ein Album für die Umwelt, Kiefer schwelgt mit uns in persönlichen Erinnerungen und Alewya gibt sich gewohnt düster und sinnlich im Londoner Untergrund – das sind unsere fünf Songs der Woche!

Altın Gün – Kısasa kısas

Altın Gün zeigen sich aktuell besonders eifrig in Sachen Musik-Releases und veröffentlichen nur wenige Monate nach "Yol" jetzt das neue Album "Âlem". Die Besonderheit: Die neue Platte wird nur bei Bandcamp veröffentlicht und spendet alle Erlöse an die Umweltschutzorganisation "Earth Today". Wer einen Song aus dem Album kauft, schützt damit einen Quadratmeter der Erde. Für Altın Gün als Band ist Naturschutz übrigens zur Lebensaufgabe geworden: Sie touren im Van oder Bus, verzichten auf Plastik und ernähren sich vegetarisch. Mit "Kısasa kısas" gab es vorab schon mal eine Idee davon, wie das Klimaschutz-Album klingen wird. Der Track ist eine Hommage an die Musik der Achtziger- und Neunzigerjahre, die mit den typischen Psych-Rock-Sounds aus Anatolien verbindet wird und Mutternatur mit Blumen- und Pflanzenarrangements in voller Fülle feiert!

Kiefer – i remember this picture

Erinnerungen – darum soll es auf dem neuen Album von Kiefer gehen. "When There's Love Around" ist in zwei Hälften geteilt: Die eine handelt vom Gestresst-Sein und Klein-Fühlen. Die andere von den wirklich wichtigen Dingen im Leben – von Spiritualität und Klarheit. Und obwohl zum Beispiel Trauer ein sehr einnehmendes Thema auf dem Album ist, ist der Tenor dennoch positiv. "i remember this picture" ist das Aushängeschild von besagter Platte und sammelt Momentaufnahmen aus Kiefers Leben – musikalisch wie visuell: "Es ist ein Song über Nostalgie, aber nicht so warm und rührselig wie andere nostalgische Tracks. Es geht um Erinnerungen, die komisch sind und nicht immer die Ereignisse so aufgreifen, wie sie wirklich waren." Dazu gibt's Jazz-Tunes, eingespielt von einem Ensemble aus seinen Lieblingsmusikern – darunter Sam Wilkes oder Josh Johnson.

Alewya – Spirit_X

Im letzten Jahr hat Alewya aus London mit ihrem Track "Sweating" Debüt gefeiert. Düster, laut und sinnlich – eine Mischung, mit der Alewya auch beim aktuellen Output "Spirit_X" gut fährt. Die Dancehall-Tunes weichen an dieser Stelle allerdings Dubstep und Electronica aus dem Londoner Untergrund. Alewya ist in der britischen Hauptstadt aufgewachsen, wurde aber in Saudi-Arabien geboren und hat Roots in Ägypten und Äthiopien. Zur Musik ist sie vor allem durch ihre Kunst in einem anderen Bereich gekommen: Für ihre Kurzfilme brauchte sie Musik. Irgendwann begann sie darüber zu singen – der Rest ist Geschichte. Nach einem Feature mit Little Simz und mehreren Single-Veröffentlichungen steht jetzt nur noch das erste Album aus. Und auch "Spirit_X" zeigt, dass man darauf mehr als gespannt sein darf.     

Ätna x Meute – Weirdo

Weirdsein ist lange nicht mehr das negative Synonym für komische Menschen, Eigenbrötler oder Spinner*innen. Weird ist das, was die meisten Menschen in einer Welt voller Identitätskrisen und Normalos sein wollen. Ätna, das Indie- und Electronica-Duo aus Dresden, schreibt eine Hymne passend zum Lifestyle. Für "Weirdo" haben sie sich mit der Hamburger Kapelle Meute zusammengetan. Und nicht nur die Tunes aus Elektronischem, Marimba und Bläsern, sondern auch das dazugehörige Video ist schön weird: Mal flechten sich Inéz Schaefer und Demian Kappenstein die blonde Langhaarperücke, mal twinnen sie mit Ping-Pong-Schlägern und langen Krallen umzingelt von der Blaskapelle. Die Message: Irgendwo gibt's Platz für jeden! "Wir wollen eine Lanze für die Akzeptanz brechen", sagt Sängerin Inéz über das Fest der Weirdos.

Black Sherif – Second Sermon

Mit "First Sermon", seiner ersten "Predigt", hatte sich Black Sherif im Mai mit Millionen Klicks zur viralen Sensation gemausert. Und auch auf der Fortsetzung "Second Sermon" prangert der Ghanaer die Armutsverhältnisse in seinem Land an und redet über den Überlebens-Struggle der Jugend auf den Straßen – insbesondere seiner Heimatstadt Konongo. Musikalisch vermischen sich auf "Second Sermon" Highlife und Trap made in Germany. Produziert wurde die Nummer nämlich vom Berliner Producer Ghanaian Stallion, der normalerweise vor allem als Haus- und Hofproduzent für Rapper Megaloh am Start ist. Er hat selbst eine Weile in Ghana gelebt, in der Küstenstadt Winneba, und pflegt auch heute noch den musikalischen Austausch zwischen dem Motherland und der ghanaischen Diaspora.

Stand: 23.07.2021, 15:00