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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Ballaké Sissoko – Nan Sira Madi @ Colors

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Ballaké Sissoko spielt die Kora bei "Colors", Joan Thiele gibt ein Home-Konzert im Urban Jungle und Arlo Parks fordert ihre Liebe ein – das sind unsere fünf Songs der Woche!

Ballaké Sissoko – Nan Sira Madi

Einzig und alleine die Kora – mehr braucht Ballaké Sissoko nicht, um seinen musikalischen Zauber vor der Kamera auszupacken. Damit überzeugt er jetzt auch beim Musikformat "Colors". Die Melodie von "Nan Sira Madi" rückt in den Vordergrund, genauso wie das Spiel des malischen Kora-Meisters. Fast schon eine kleine Sensation, bedenkt man, dass dies eigentlich das komplette Kontrastprogramm zu seinem aktuellen Album "Djourou" ist. Darauf feiert der Wahlpariser nämlich gerade die Begegnung und den Austausch mit anderen Musiker*innen - unterschiedliche Generationen und Kulturen kommen hier zusammen. Namen wie Camille, Oxmo Puccino, Salif Keita oder Piers Faccini tauchen auf. Aber sowohl in der generationsübergreifenden Konstellation als auch im Alleingang weiß der Malier immer zu überzeugen.

Joan Thiele – Intervallo - Coraje

Kolumbien, Mailand, London – Joan Thiele ist ganz schön viel unterwegs. Die Italienerin mit kolumbianischen Roots hat bereits vor einigen Jahren in den sozialen Netzwerken auf sich aufmerksam gemacht: Eine Coverversion von Drakes "Hotline Bling" brachte entsprechende Aufmerksamkeit, die ihr nicht nur zahlreiche Follower*innen in die Instagram-Liste gespült, sondern auch mehrere Soloprojekte beschert hat. Bei Joan passiert viel in Eigenregie – das zeigt auch das neue Video zu "Intervallo - Coraje", in dem sie ein Home-Konzert auf Orchideen und anderen Zimmerpflanzen spielt. Ganz lowkey sind einzig das Mic und die Keys elektronisch – so ganz ohne wird's dann doch nichts mit den smoothen Beats.

Arlo Parks – Too Good

Lange haben wir auf "Collapsed In Sunbeams" gewartet, das Debütalbum von Arlo Parks. Anfang des Jahres ist erschienen. Dennoch wird die Sängerin aus London nicht müde, das Soundmaterial auch mit entsprechenden Visuals auszustatten. Jetzt ist "Too Good" an der Reihe. Und wie so oft bei Arlo, handelt der Track von der Liebe und ihren Tücken. Genauer gesagt davon, wenn die geliebte Person trotz gegenseitiger Zuneigung oft nur spärlich Signale zurücksendet. Thom Yorke zitieren ja, aber zugeben, dass man verliebt ist? Nein, danke! "Why'd we make the simplest things so hard?" lautet Arlos Einstiegsfrage, während wir dem Pärchen in den heimischen vier Wänden beim Diskutieren zuschauen. "Too Good" ist übrigens einer von Arlos Lieblingssongs auf dem Album.

Keshavara – Ayukah

In Sachen bunter, psychedelischer Videos ist Keshavara immer eine zuverlässige Adresse. Die Visuals des Kölners mit Roots in Indien stehen immer im Zeichen seines Kabinetts der Phantasie – ein echter Trip, auch musikalisch. Bei "Ayukah", der neuen Single, ist das nicht anders: Als avantgardistische Groove-Legende inszeniert sich Keshavara hier in einem Setting, das an eine Art 80s Soul Train erinnert. Dabei ist "Ayukah" vor allem auch eine spirituelle Reise in kosmische Welten aus perlenden Synths und Funk-Arrangements. Das dazugehörige Album "Kabinett der Phantasie" kommt dann im Herbst – mit einem Film obendrauf, der bei Keshavaras bisheriger visueller Aufmachung bestimmt nicht enttäuschen wird.

Maykel Osorbo, Yotuel, Gente de Zona, Descemer Bueno & El Funky – Patria y vida

Die Meldungen zu den Protesten in Kuba überschlagen sich derzeit. Die Menschen in dem sozialistischen Land leiden unter der Coronakrise und der Mangelwirtschaft und Unterdrückung der Regierung. Nach den Demonstrationen der letzten Tage gelten Hunderte Menschen als vermisst. Es gab außerdem einige Festnahmen. Auch Rapper Maykel Osorbo sitzt bereits seit einem Monat in Haft. Er gilt als Oppositioneller und hat mit den kubanischen Musikern Yotuel, Gente de Zona, Descemer Bueno und El Funky, die teils im Exil leben, den Track "Patria y vida" veröffentlicht. Der wurde jetzt zum Soundtrack der Proteste. "Vaterland und Leben" heißt der Titel übersetzt, eine Anspielung auf Fidel Castros damaligen Wahlspruch "Patria o muerte". Auf dem Track machen sich die Musiker für Meinungsfreiheit und den demokratischen Wandel in Kuba stark.

Stand: 16.07.2021, 15:00