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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Pa Salieu feat. slowthai – Glidin'

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Pa Salieu und slowthai bringen das Beste der UK-HipHop-Szene zusammen, Sabrina Bellaouel serviert "Arabic Liquor" und Toya Delazy dreht so richtig auf – das sind unsere fünf Songs der Woche!

Pa Salieu feat. slowthai – Glidin'

Mit Pa Salieu und slowthai treffen zwei maßgebliche Strömungen der derzeitigen UK-HipHop-Welle aufeinander: Der eine steht für Afrobeats mit Street-Hussle-Lyrics, der andere für politische Statements und Mental-Health-Referenzen zwischen The Streets und Grime. Man könnte sagen, auf "Glidin'"bringen die zwei Rapper das Beste der Szene zusammen. Es ist düsterer, aber auch getriebener und tanzbarer Wahnsinn. Dementsprechend wird auch im dazugehörigen Video abgerissen – mal in der Gummizelle mit Zwangsjacke, mal mit Baseballschläger in Zerstörungswut. Hier haben sich zwei gefunden – hoffentlich nicht zum letzten Mal, denn "Glidin'" macht ordentlich Feierlaune!

Sabrina Bellaouel – Arab Liquor

Sabrina Bellaouel spendiert eine Runde "Arab Liquor" und nimmt uns mit in einen Nachtclub zwischen "Matrix" und "1001 Nacht". Auf Future Beats und Trap-Sounds feiert die Franco-Algerierin mit ihrer Female Squad im Strobolicht. Dabei geht es vor allem um die Sinnlichkeit der Frau: "Ich finde Sinnlichkeit wunderschön und habe viele Frauen um mich herum, die sinnlich sind, ohne dabei vulgär zu sein. Das macht für mich das Frausein aus." In Track und Video zu "Arab Liquor", der auf der gleichnamigen EP zu hören ist, verarbeitet Sabrina auch ihre Erfahrungen als Kellnerin in einer Londoner Shisha Bar. Dabei verschmilzt Empowerment mit Orient-Vibes, wenn Shisha und Minztee serviert werden und orientalische Hairstyles auf Henna treffen.

Toya Delazy – Resurrection

Südafrikanscher Gqom und UK-Bass-Tunes – das liefert die Musik von Toya Delazy. Die Combo kommt nicht von ungefähr, denn Toya kommt aus Südafrika, lebt aber mittlerweile in East London. Da clashen bei "Resurrection" nicht nur ein ziemlich düsterer Club-Vibe, sondern auch psychedelische Elemente aufeinander. Leicht psycho angehaucht wirkt auch das Video, das Toya und andere in avantgardistischen Outfits in einem Haunted House zeigt. Dabei decken sich sowohl Mood als auch Sound zu einhundert Prozent mit dem Titel ihrer anstehenden EP "Afrorave Vol. I", die am 18. Juni erscheinen wird. Wird Zeit, dass die Clubs wieder aufmachen! 

Khtek – Bizarre

In Sachen Rapperinnen hat Marokko mittlerweile einiges bieten: Soultana ist eine der Kandidatinnen, die die dortige Szene schon seit Jahren auf den Kopf stellen, Manal oder Krtas'Nssa. Aber auch Khtek gehört dazu – Rapperin und Filmstudentin. Auf dem marokkanischen Dialekt Darija heißt ihr Name so viel wie "Deine Schwester", was eigentlich eher als Beschimpfung gebräuchlich ist. Khtek vereinnahmt diese allerdings für sich und dreht sie ins Positive um. Trotz Statement im Namen ist ihr Rap aber nicht nur politisch, sondern es geht ihr vor allem darum, das Leben junger Menschen in Marokko abzubilden und zu representen – auch in ihrem neuen Track "Bizarre".

M3nsa – Forward

Kaum zu glauben, aber nach zehn Jahren Soloalbum-Hiatus teast M3nsa aus Ghana endlich sein neues Album an: "Forward" wird es heißen und damit kommt auch schon gleich ein erster Vorgeschmack, der den gleichen Namen trägt. Das Fokn Bois Member lässt uns darauf an seinem persönlichen Wachstum teilhaben. Es geht darum, wie man sich selbst findet – nach vorne geht eben – und alles, was einen geprägt hat, zwar als wichtige Erfahrung annimmt, aber schließlich hinter sich lässt. Den Track selbst hat der Tausendsassa aus seinen unterschiedlichsten Kunst-Disziplinen zusammengeschraubt: Das Intro war ursprünglich ein Gedicht, der Refrain ein Mantra, die jetzt mit HipHop und ghanaischer Tradition versiegelt werden.

Stand: 04.06.2021, 17:00