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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

iLe – No Es Importante

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

iLe singt sich ihren Trennungsschmerz von der Seele, Hiatus Kaiyote schauen den Sonnenuntergang im "Red Room" und Midas The Jagaban führt die neue Generation Afrobeats an – das sind unsere fünf Songs der Woche!

iLe – No Es Importante

Nach einer Trennung stürzen sich viele Menschen erstmal in den Rausch – oder im Fall von iLe in die Musik. "No Es Importante" ist eine absolute Herzschmerzsingle, die aber auch Hoffnung auf Besserung macht. Im dazugehörigen Video tanzt sich die Puerto Ricanerin durch eine Karaokebar, die eher an eine Art Imbiss erinnert, und lässt ihrem Schmerz freien Lauf. Sie trinkt und singt sich die Seele im Diskokugel-Licht aus dem Leib und sucht Halt am blauen Klo im Plüschbad - ein Mix aus puerto-ricanischem Alltag und Surrealismus. "'No Es Importante' ist ein Song aus einer sehr intimen Perspektive", erklärt iLe. "Wenn man erkennt, dass jemand zu lange in deinen Gedanken schwirrt und es Zeit ist, endlich loszulassen." Zu hören sein wird der Track auf dem kommenden Album der Sängerin, das bereits angekündigt ist, aber noch keinen Titel hat.

Hiatus Kaiyote – Red Room

Hiatus Kaiyote sind nach sechs Jahren musikalischer Pause zurück und setzen dieser Tage zum neuen Album an. Nach ihrer Comeback-Single "Get Sun" macht es sich die Combo aus Australien jetzt im "Red Room" gemütlich und liefert damit Smoothness par excellence. Softer R'n'B mit ganz viel Soul und Gelassenheit bekommen wir zu hören – die perfekte Musik für den Sonnenuntergang. Und tatsächlich ist auch die Geschichte hinter "Red Room" an das allabendliche Naturspektakel angelehnt: Sängerin Nai Palm erklärt, dass der Titel daher kommt, dass sie einmal in einem Haus lebte, dessen Fenster rot gestrichen waren. Und immer wenn die Sonne untergegangen ist, gab das ein magisches Farbenspiel mit dem roten Licht. Das neue Album "Mood Valiant" erscheint im Juni über Flying Lotus' Label Brainfeeder bzw. Ninja Tune.

Midas The Jagaban – Cloud 9

Mit "Cloud 9" ist Midas The Jagaban schon seit geraumer Zeit Stammgästin in der COSMO-Playlist und unseren Köpfen. Jetzt hat die Südlondonerin ihren Track auch visualisiert. Und natürlich bleibt auch da die Sturmhaube an, während die Sängerin und Produzentin zu Afrobeats aus der afrikanischen Diaspora tanzt. Midas will zeigen, dass man auch ohne Looks erfolgreich sein kann und sich nicht darauf reduzieren lassen. An Coolness und Style büßt sie aber rein gar nichts ein - im Gegenteil. Midas The Jagaban zeigt, dass sie ein Leader ist. Das steckt auch schon in ihrem Namen, denn Jagaban heißt auf Yoruba so viel wie "Anführerin". Und Midas ist eine Referenz an den griechischen König, der mit seinen Händen alles zu Gold machte. Dass auch aus ihrer Musik Gold wird, dafür stehen die Chancen gar nicht schlecht: Ihr erstes Projekt "Midas Touch" hat auf Musikblogs bereits für ordentlich Applaus gesorgt - darauf ist übrigens auch "Cloud 9" zu hören.

Ana Moura – Andorinhas

Zuletzt hatte sich Ana Moura mit dem portugiesischen Producer Branko zusammengetan, um einen rührenden Track in Erinnerung an die an Covid verstorbenen Menschen aus Portugal zu veröffentlichen. Jetzt bringt Ana mit "Andorinhas" einen neuen Solotrack raus, mit dem sie gleichzeitig auch das neue Album anteast, das ganz im Zeichen der kreativen Emanzipation stehen soll. Denn Schwalben, was der Titel übersetzt heißt, fliegen in Freiheit, die Welt ist ihr zuhause, aber irgendwann verschlägt es wieder zu ihren Wurzeln. Das steht symbolisch auch für das, was Ana Moura mit ihrer Musik macht: Sie ehrt den Fado und das lusophone Erbe Afrikas gleichermaßen. Dazu wurde im Video der portugiesische Alltag über den Dächern von Olhão eingefangen. Menschen feiern und tanzen, während Ana im schwarzen Gewand in Richtung Sonnenuntergang singt.

Ami Yerewolo – I bamba

Eine Hymne für Sisterhood – die liefert Ami Yerewolo mit "I bamba". "I bamba" heißt übersetzt Ausdauer und ist ein sehr empowerndes Stück geworden: für mehr Zusammenhalt, mehr Selbstbewusstsein und Selbsterfüllung. Thematisch lehnt sich die Sängerin aus Mali damit an den Feminismus von Oumou Sangaré an, die nicht nur als Queen der Wassoulou -Musik gilt, sondern auch eine Pionierin im afrikanischen Feminismus. In "I bamba" erzählt sie die Geschichte eines Schulmädchens, das von anderen Mitschülerinnen gemobbt wird. Nach einer ordentlichen Ladung Empower-Unterricht von Ami nimmt diese ihr Schicksal wieder selbst in die Hand und lässt sich von der Meinung und den Gräueltaten anderer nicht unterkriegen. Zu hören ist der Track auf Amis neuem Album "AY", das bereits Mitte April erschienen ist.

Stand: 30.04.2021, 17:00