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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Synapson feat. Flavia Coelho - Illuminar

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Synapson und Flavia Coelho verbreiten ordentlich Summer-Vibes, Megaloh geistert im "Zombiemodus" durch die Welt und Dua Saleh thematisiert den Tod des Afroamerikaners George Floyd – das sind unsere fünf Songs der Woche.

Synapson feat. Flavia Coelho - Illuminar

Kaum ist der Sommer da, versorgen Synapson, das französische Elektro-Duo, uns mit einem entsprechenden Hit für heiße Tage: "Illuminar" tischt luftig-leichte Reggaeton-Tunes auf, lebt aber nicht allein davon. Keine Geringere als COSMO-Liebling Flavia Coelho leiht dem Duo ihre Stimme. Dass die Carioca die beste Sommer-Ingredienz ist, dürfte hinreichend bekannt sein. Genauso locker und bunt, wie es lyrisch aus ihr schießt, kommt auch das dazugehörige Video daher: Grelle Farben und eine tanzende Flavia, die brasilianischen Flavour in unsere Boxen bläst. Schon lange wollten Synapson mit der Wahlpariserin zusammenarbeiten. Nach musikalischen Stopps in Mali und Südafrika war die nahe liegende Combi in diesem Jahr also längst hinfällig.

Megaloh – Zombiemodus

Auf Reggae-Tunes im "Zombiemodus" - bei Rapper Megaloh läuft gerade nur noch alles wie vom Fließband. Massenabfertigung, nur noch abliefern und funktionieren – wo bleibt da der Spaß? "Krank im Kopf ohne Rezept, fühl mich wie Walking Dead", rappt er in dem neuen Track und spielt damit auch auf seine Vergangenheit an, in der er neben Rap auch noch für ein großes Versandunternehmen gearbeitet hat, um Kohle zu scheffeln. Immerhin zahlt die Miete sich nicht von allein. "Zombiemodus gibt einen düsteren Ausblick, wohin sich die Gesellschaft entwickeln kann", sagt er im Interview mit COSMO und formuliert damit eine ganz klare Kapitalismuskritik. Vier Jahre nach seinem letzten Album "Regenmacher" steht übrigens bald das neue Album des Berliner Rappers an – eigentlich sollte es schon im April erscheinen, der neue Releasetermin steht aber noch nicht fest.

Dua Saleh – body cast

Noch immer sind die Bilder vom Tod des Afroamerikaners George Floyd allgegenwärtig. Auch für Dua Saleh, Sängerin und Rapperin aus Minneapolis, wo sich die erschreckenden Szenen abspielten. Eigentlich ist "body cast", ihr gemeinsamer Track mit Produzent Psymun, schon im letzten Jahr aufgenommen worden und war für ein zukünftiges Projekt geplant. Durch die aktuelle Dringlichkeit hat sie ihn aber schon jetzt rausgehauen und sich dazu entschlossen, die Einnahmen an eine Black-Lives-Matter-Organisation zu spenden. Auf dem Cover Art des Tracks listet Dua Saleh alle unbewaffneten, Schwarzen Menschen auf, die in den letzten Jahren aufgrund von Polizeigewalt ums Leben kamen. Am Anfang ist außerdem eine Szene zwischen einer Schwarzen Frau und mehreren Polizisten zu hören, die versuchten, in ihr Heim einzudringen.

Kutiman – Tanzania

Früher hat Ophir Kutiel aka Kutiman seine Musikinspo vor allem auf Youtube gesucht und für seine Alben die besten Netzfundstücke zusammengebastelt. Heute ist der israelische Produzent in der ganzen Welt unterwegs, um Klangschätze zu sammeln und zu rekonstruieren. Seine aktuellste Reise brachte ihn nach Tansania, ins Vorland des Kilimandscharo um genau zu sein. Dabei traf er auf die Wachaga, von dessen Musik er so begeistert war, dass er dem Volk sein kommendes Album widmet (VÖ: 17. Juli). Zurück brachte er Aufnahmen aus dem alltäglichen Leben, aber auch von Drums spielenden Schulkindern aus Arusha und Tänzer*innen, die ihre Körperteile mit Percussions versahen, um zu tanzen und gleichzeitig zu musizieren. "Tanzania" ist ein Track, der wunderbar zeigt, wie sich dieses bewegte Percussions-Erlebnis anhörte und ausgesehen hat.

A Boogie Wit Da Hoodie – Bleed

Inmitten der Generation Soundcloud-Rapper war und ist A Boogie Wit Da Hoodie eher eine Ausnahmeerscheinung. Dicke Chains, Lambos und Uzis ja, aber auf dem Boden zu bleiben, war ihm immer ein Anliegen. So richtig einfach hat man es ihm in den letzten vier Jahren seiner Karriere aber nicht gemacht – und das obwohl der 24-Jährige auf bis dato drei Alben hinreichend bewiesen, dass das mit dem Rap sitzt. Sein neuer Track "Bleed" ist eine Nummer zwischen Drill und Trap und erzählt von den Fake Friends und Neidern, die dem Rapper in seiner Karriere so begegnet sind: "They call me a Soundcloud boy/They stealin' my sound now, boy." Währenddessen ist A Boogie Wit Da Hoodie sich aber auch ziemlich sicher: Ihm gehört die Krone des New York Rap.

Stand: 26.06.2020, 16:00